Anschlag in Paris – was bisher bekannt ist

Anschlag in Paris – was bisher bekannt ist
Spezialkräfte im Einsatz nach dem Terror-Anschlag auf Champs-Elysees
Unmittelbar vor der französischen Präsidentschaftswahl hat es am Donnerstagabend einen tödlichen Angriff auf Polizisten gegeben. Die Schießerei auf dem Prachtboulevard ereignete sich 3 Tage vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl. Frankreich befindet sich nach einer Terrorserie im Ausnahmezustand.

Bei einer Schießerei auf der Pariser Einkaufsstraße Champs-Élysées gegen 21.00 Uhr wurden am Donnerstagabend zwei Menschen getötet, darunter ein Polizist. Wie Behördenvertreter mitteilten, wurden die Beamten von zwei Männern angegriffen. 

Der Sender BFMTV berichtete, dass einer der Täter getötet worden sei, ein weiterer sei laut Augenzeugen entkommen. Die Polizei rief dazu auf, den Bereich zu meiden, die Champs-Élysées wurden komplett gesperrt, zahlreiche Polizisten waren vor Ort. Die Zeitung «Le Figaro» berichtete, es habe einen zweiten Angreifer gegeben, der womöglich auf der Flucht sei. Das wurde aber noch nicht offiziell bestätigt.

In Frankreich gilt der Ausnahmezustand. In den vergangenen zwei Jahren sind in Frankreich mehr als 230 Menschen bei Anschlägen ums Leben gekommen. Erst am Dienstag in Marseille hatte die Polizei zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen, in deren Wohnung ein Waffenarsenal und dschihadistisches Propagandamaterial versteckt war, den Ermittlungen zufolge planten sie einen Anschlag vor der Wahl. Auch laut Anti-Terrorstaatsanwalt François Molins drohte ein Anschlag in den nächsten Tagen.

Die Sicherheitsmaßnahmen wurden daraufhin verstärkt. Innenminister Matthias Fekl hatte bereits angekündigt, dass die Präsidentenwahl an diesem Sonntag von 50 000 Polizisten und Soldaten geschützt werden soll. Die entscheidende Stichwahl ist für den 7. Mai geplant.

Am Donnerstagabend traten die elf Kandidaten beim Fernsehsender France 2 nacheinander zu Kurzinterviews auf. Beim ersten Wahlgang wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Kandidaten Marine Le Pen und Emmanuel Macron erwartet.  

Nach dem Anschlag am Donnerstagabend gab der derzeitige Präsident Hollande bekannt, dass er von einem terroristischen Anschlag ausgeht.

Die Kandidatin Le Pen drückte per Twitter ihre Besorgnis über diese Bedrohung aus und verurteilte den Anschlag.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat einem Bericht ihrer Propagandaagentur Amak zufolge den Anschlag in Paris für sich reklamiert. Den Angriff habe ein IS-Soldat aus Belgien ausgeführt, berichtete die Agentur am Donnerstagabend. Die Staatsanwaltschaft leitete nach eigenen Angaben Terrorermittlungen ein.