Eurovision 2017: Ohne Russland

Eurovision 2017: Ohne Russland
Die russische Sängerin Julia Samojlowa.
Die Europäische Rundfunkunion hat gegenüber RT bestätigt, dass Russland nicht am Eurovision-Wettbewerb teilnimmt. Kiew hatte der russischen Kandidatin Julia Samojlowa den Zutritt verweigert, weil sie vor drei Jahren auf der Krim sang.

Gegenüber RT bestätigten am Donnerstag Vertreter der Europäischen Rundfunkunion (EBU), dass Russland nicht am diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) in der Ukraine teilnehmen wird. Die ukrainischen Behörden hatten der russischen Kandidatin den Eintritt ins Land verweigert. Kiews Geheimdienste begründeten dies mit einem Auftritt von Samojlowa auf der Krim im Jahr 2015, den sie als illegal bewerteten.

Zuvor hatte Russlands Kanal Eins erklärt, dass es den Eurovision-Wettbewerb aufgrund der Maßnahme Kiews nicht ausstrahlen wird.

Der russische Teilnehmer Sergej Lasarew während der Proben zum Finale des 61. internationalen Wettbewerbs European Song Contest am 13. Mai 2016 in Stockholm.

Kanal Eins betrachtet die Weigerung der Ukraine [die russische Kandidatin einreisen zu lassen] als absolut grundlos. Es ist ein Versuch der Ukraine, den Wettbewerb zu politisieren. Angesichts der jetzigen Situation erachtet Kanal Eins es als unmöglich, die Eurovision 2017 zu übertragen", erklärte der öffentliche russische Rundfunksender. 

Die EBU schrieb in einer Stellungnahme an RT, dass sie Russland zwei Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen hatte:

Entweder per Satellit teilzunehmen oder einen anderen Kandidaten zu wählen, der legal in die Ukraine einreisen kann.

Leider lehnte Kanal Eins beide Vorschläge ab und erklärt nun, den Eurovision Song Contest 2017 nicht zu übertragen."

"Leider bedeutet dies, dass Russland nicht am diesjährigen Wettbewerb teilnehmen kann", fügte die Behörde hinzu.

Frank Dieter Freiling, Vorsitzender der Eurovision-Reference-Group, verurteilte Kiew wegen seiner Weigerung, die russische Kandidatin einreisen zu lassen:

Wir verurteilen die Entscheidung der ukrainischen Behörden, ein Einreiseverbot gegen Julia Samojlowa zu verhängen, da wir glauben, dass es die Integrität und nichtpolitische Natur des Eurovision Song Contests und seine Mission untergräbt, alle Nationen in einem freundlichen Wettbewerb zu verbinden", erklärte Freiling. 

Die Vorbereitungen für die Eurovision würden dennoch weitergehen, fügte Freiling hinzu, da das Hauptziel immer noch sei, "einen spektakulären Eurovision Song Contest zu produzieren".

Kiew besteht darauf, dass Samojlowa bei den ukrainischen Behörden eine Sondergenehmigung für ihren Auftritt auf der Krim beantragen müssen hätte.

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