Schwedische Avantgarde: Die Mitarbeiter von morgen tragen implantierte Mikrochips

Schwedische Avantgarde: Die Mitarbeiter von morgen tragen implantierte Mikrochips
Ein "Radio Frequency Technology Chip"; USA.
In Schweden können sich Mitarbeiter nun mit reiskorngroßen Mikrochips ausstatten lassen. Die Firmenchefs sehen hierin vor allem die Praktikabilität und nicht den Eingriff in die Privatsphäre, besonders auf Gesundheitsdaten. Dann Bio-Hacker könnten die neuen Diebe von morgen sein. Noch sind die Implantate freiwillig.

"Brave New World“, in Schweden ist sie für einen kleinen Kreis ein Stück realer geworden. Die Mitarbeiter von morgen des "Epicenters“ haben die Möglichkeit sich "freiwillig“ Mikrochips in die Hände einsetzen zu lassen. Das Stockholmer "Epicenter“ bezeichnet sich selbst als digitales Innovationshaus. Es bietet über 100 Unternehmen und 2.000 Arbeitern Platz.

Die Chips entsprechen der Größe eines Reiskorns und sind vom Typ „Radio-Frequency Identification“ (RFID). Der Chip erlaubt es den Mitarbeitern, die Kopiermaschinen zu bedienen und Türen zu öffnen, später sollen sie damit in der Cafeteria der Firma bezahlen können. Von den Mitarbeitern ließen sich bereits 150 Menschen mit den Chips ausstatten. Der Generaldirektor der Firma, Patrick Mesterton, fand beflügelnde Worte für den modernen Angestellten:

Es vereinfacht Dein Leben. Man kann damit Flugtickets kaufen, zum Fitnessstudio gehen... Also ersetzt es Dinge, für die man ansonsten ein Kommunikationsgerät braucht, egal ob es Kreditkarten sind, oder Schlüssel, oder ähnliches.

Wer hört hier mit? Ein Kind mit der Puppe

Aber Mesterton ging nicht auf die Gefahren ein, die so ein Implantat auf die Privatsphäre nimmt. Abseits der Kontrolle der Toiletten-, Raucher- und sonstigen Pausen, ließen sich durch die Sammlung von Daten Rückschlüsse auf die Gesundheit der Angestellten nehmen. Jede Bewegung könnte überwacht werden. Auch wenn Firmen keinen Zugriff auf die sensiblen Daten nähmen, könnten dies Hacker tun. Das Bio-Hacking würde zum Risiko. 

Bisher beschränken sich die Chips nur auf die “Near Field Communciation Technology“, die gleiche Technologie, die in Kreditkarten und Mobiltelefonen verwendet wird, um die Abwicklung von Zahlungen zu ermöglichen. Die Mikrochips im Epicenter sind sehr gefragt und so können sich jeden Monat in firmeneigenen Events Mitarbeiter umsonst mit den Chips ausstatten lassen. Sie werden in der Nähe des Daumens eingesetzt. Das Implantieren soll schmerzlos und ohne Blut verlaufen. 

Der US-Milliardär Elon Musk, Geschäftsführer von Tesla und Space X, ist bekannt für seine Zukunftsvisionen der Arbeitswelt. Er geht noch einen Schritt weiter. Mikrochips für den Körper sind nicht genug und werden dem prognostizierten Austausch durch Roboter nicht verhindern:

Über die Zeit werden wir eine enge Verschmelzung von biologischer Intelligenz und digitaler Intelligenz betrachten. Es geht vor allem um die Bandbreite, die Schnelligkeit der Verbindungen zwischen dem Gehirn und der digitalen Version von Dir selbst, insbesondere dem Output.

Um konkurrenzfähig zu bleiben und sich nicht von Robotern ersetzen zu lassen, müssten die Menschen, laut Musk, zur Maschine werden.

ForumVostok