Deutsche Diplomaten erhalten Zugang zu Deniz Yücel: Journalist ruft zu Solidaritäts-Abos auf

Deutsche Diplomaten erhalten Zugang zu Deniz Yücel: Journalist ruft zu Solidaritäts-Abos auf
Ein Demonstrant fordert die Freilassung des Journalisten Deniz Yücel
Erstmals durfte ein deutscher Diplomat den seit dem 14. Februar in türkischer Haft befindlichen Journalisten Deniz Yücel besuchen. Die Türkei hatte im Vorfeld den Besuch des deutschen Generalkonsuls bei dem Korrespondenten der Zeitung Die Welt genehmigt. Yücel nutzt die aktuelle Öffentlichkeit, um für Solidaritäts-Abos türkischer Zeitungen aufzurufen.

Vor dem ersten Besuch eines deutschen Diplomaten bei dem in der Türkei inhaftierten Welt-Korrespondenten Deniz Yücel hat sich der Journalist für die große Solidarität bedankt:

Da ich keine Briefe schreiben darf, übermittele ich diese Nachricht mündlich über meine wunderbaren Anwälte", heißt es in einer veröffentlichten Botschaft Yücels.

Weiter erklärte Yücel:

Auch wenn ich weiterhin in Isolationshaft gehalten werde und auch wenn das faktische Briefverbot fortbesteht, dringt die vielfältige Unterstützung, die Sie mir und meinen in der Türkei inhaftierten Kollegen zukommen lassen, bis hierher durch. Dafür meinen großen, herzlichen Dank!

Yücel rief in seiner Nachricht zu Solidaritäts-Abos der regierungskritischen türkischen Zeitungen "Cumhuriyet", "Birgün" und "Evrensel" auf, wofür "man nicht in der Türkei" leben müsse:

Verletzter Lejeune wirft der Polizei Nazimethoden vor.

Und um für ein paar Euro einen konkreten Beitrag zur Unterstützung der Pressefreiheit in der Türkei zu leisten, muss man nicht einmal Türkisch können.

Weiter hieß es:

Dass mir illegalerweise keine Briefe und Postkarten zugestellt werden, ist natürlich kein Grund, mir nicht zu schreiben. Im Gegenteil.

Am Dienstagvormittag machte sich der deutsche Generalkonsul in Istanbul, Georg Birgelen, auf den Weg, um Yücel in der rund 80 Kilometer westlich gelegenen Haftanstalt in Silivri zu besuchen.

Rund sieben Wochen nach der umstrittenen Festnahme des deutsch-türkischen Journalisten hatte die Türkei am Montag deutschen Diplomaten erstmals Zugang zu dem Inhaftierten gestattet. Gegen Yücel war knapp zwei Wochen nach seiner Festnahme Untersuchungshaft unter anderem wegen angeblicher Terrorpropaganda verhängt worden. (dpa)

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