Schweden: Jugendliche machen Jagd auf Polizei in Trollhättan

Schweden: Jugendliche machen Jagd auf Polizei in Trollhättan
Feuerwehrleute blicken auf brennende Autos, die bei Gewaltexzessen in Brand gesetzt wurden; Rinkeby, Schweden, 21. Februar 2017.
Bewaffnet mit Steinen und Feuerwerkskörpern machten Jugendbanden im schwedischen Trollhättan Jagd auf Polizisten. Drei Stunden dauerte es, bis die Polizei den Krawallmachern Einhalt gebieten konnte. Festnahmen hat es bisher keine gegeben.

Die Angriffe auf die Polizei im schwedischen Trollhättan erfolgten am Sonntagabend. Zwanzig bis dreißig Männer randalierten in der westschwedischen Industriestadt. Als die Polizei im Bezirk Kronogården eintraf, richtete sich die Gewalt der Randalierer nicht mehr gegen öffentliches Eigentum, sondern gegen die Ordnungshüter und deren Fahrzeuge. Die Steine, die Randalierer verwendeten, waren so groß, dass sie schwere Schäden an den Polizeifahrzeugen verursachten.

Eine Blutspur im Schnee, wo zwei Männer in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag erschossen wurden; Kista, Stockholm, Schweden, 9. März 2017.

Der Augenzeuge Markus Götberg berichtete gegenüber dem schwedischen Nachrichtenportal Expressen:

Ich war auf dem Weg nach Hause von meinen Eltern, als ich ein Feuerwehrauto sah, dass in Richtung Krongården abbog. Als es zum Stillstand kam, sah ich, dass das Feuerwehrauto selbst Feuer gefangen hatte. Überall lagen lose Pflastersteine herum. Die Polizei konnte nicht eingreifen. Ich vermute, dass sie mit Steinen beworfen wurden. Also zogen sie sich zurück und verschanzten sich in einem Lidl-Supermarkt.

Erst nachdem mehr Polizisten mit spezieller Ausrüstung eingetroffen waren, konnten die Beamten intervenieren. Drei Stunden dauerte die Randale an. Bisher gab es jedoch noch keine Festnahmen. Die Ursache für die jüngsten Ausschreitungen in Trollhättan sind noch unbekannt.

Unruhen, Randale und Übergriffe machen mittlerweile auch zuvor unbekannte Ortsnamen über die Grenzen Schwedens hinweg bekannt. Die Rede ist mittlerweile von neuen No-Go-Zonen, die man in der schwedischen Öffentlichkeit lieber als "besonders empfindliche Gegenden" bezeichnet. 

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