In Großbritannien wird Müll an Gemüse serviert: Illegale Müllentsorgung auf britischen Feldern

In Großbritannien wird Müll an Gemüse serviert: Illegale Müllentsorgung auf britischen Feldern
Deponie Wingmoor Farm, Glos, Großbritannien, 25.03.2009
Britische Bauern werden Opfer der Müll-Mafia. Industriemüll wird illegal auf ihren Feldern abgeladen. Ein Millionengeschäft für die Mafia. Die Bauern selbst trauen sich nicht dagegen vorzugehen und fürchten sich vor den Mafiabossen aus dem Herzen Londons.

Nachts rücken die Lastwagen der Müll-Mafia an und laden Industriemüll auf den Feldern der Bauern außerhalb Londons, in Essex, ab. Es wird geschätzt, dass das Geschäft mit dem Müll eine Milliarde Pfund wert sein soll. Die Bauern machen die Deponiesteuer für die Geschäfte der kriminellen Banden mitverantwortlich. Die Kosten für die Entsorgung sind zu teuer und es ist günstiger, den Unrat in der Landschaft abzuladen. In der Ortschaft Hertfordshire hat die Polizei bereits Kameras installiert, um den Verbrechern beizukommen. 

Adam Scott von der nationalen Bauern-Gewerkschaft (NFU):

Dies ist ein schlimmes, organisiertes Verbrechen und sie erzielen damit unglaubliche Mengen an Geld.

Es scheint, dass dies nicht von einem Bauvorhaben kommt, sondern von einem Recycling-Ort.

Abfall, der verkauft oder wiederverwertet werden kann, wird normalerweise aussortiert. Es ist nur der unnötige Müll, der in Essex wieder auftaucht.

Thailands Behörden wollen schwimmende Müllinsel räumen (Symbolbild)

Auch Berlin hat ein Müllproblem. Die Müllsünder in Berlin kosten die Stadt um die vier Millionen im Jahr. In Berlin-Mitte gab es im Jahr 2016 um die 12.000 Fälle von Müllabladung. Im Schutz der Dunkelheit wird der meiste Müll in der Nähe des BSR-Recyclinghofs am Nordring abgeladen. Wenn die Berliner zum Abladen ihres Mülls den Recyclinghof anfahren, werden sie von Müllverwertern aus Osteuropa abgefangen, die ihnen den Elektroschrott abnehmen. Was diese nicht verwenden können, landet dann illegal irgendwo innerhalb des unbewohnten Umfelds. Für einen kriminellen Nachweis aber braucht das Verbrechen Zeugen und so ist es schwer, die Täter ausfindig zu machen.

In Großbritannien können die privaten Haushalte über die sozialen Netzwerke einen privaten Entsorger buchen, der sie von ihrem Haushaltsunrat entledigt. Die Organisation “Keep Britain Tidy“ hat dem sogenannten “Fly Tipping“ den Kampf angesagt. Am 20. März wird englandweit eine Initiative unter dem Hashtag #CrimeNotToCare ins Leben rufen, um die regionalen Institutionen mit dem Problem des unerlaubten Müllabladens vertraut zu machen. Die illegale Müllentsorgung wird mit einem Bußgeld von 59.000 EUR bestraft.