Bombenanschläge in Schweden: Das einstige sozialdemokratische Paradies radikalisiert sich zunehmend

Bombenanschläge in Schweden: Das einstige sozialdemokratische Paradies radikalisiert sich zunehmend
Ein schwedischer Feuerwehrmann versucht ein brennendes Auto in Stockholm zu löschen. Bild aus Reuters-Video, 11. Dezember 2010.
In Schweden wächst die Nazi-Szene und findet durch ungelöste politische Probleme regen Zulauf. Auch die moderaten Parteien haben nun begriffen, dass die Anti-Asyl-Politik en vogue ist und wollen mit den eben noch verpönten Schwedendemokraten koalieren.

In den vergangenen Tagen wurden drei Männer in Schweden verhaftet, die Anschläge in Göteborg verübt haben sollen. Insgesamt soll die Gruppe für drei Bombenanschläge verantwortlich sein. Der erste Anschlag, im vergangenen November, galt einem Café, welches als linker Treffpunkt bekannt ist. Hierbei wurde niemand verletzt. Im Januar soll die Gruppe für einen versuchtes Attentat auf ein Flüchtlingscamp verantwortlich sein und im Februar 2017 für eine Explosion vor einem Flüchtlingsheim, bei dem ein Mitarbeiter des Sicherheitspersonals schwer verletzt wurde. 

Schweden: Gute Vernetzung mit Rechtsextremen anderer europäischer Länder.

Allen drei Verdächtigen werden Verbindungen zur rechten Szene nachgesagt und Mitgliedschaft der als “Nordfront" oder "Nordic Resistance" (Nordiska motståndsrörelsen) bezeichneten Organisation. Die "Nordic Resistance" Bewegung vereint die nationalistischen Bewegungen in Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland. Sie fordern einen sofortigen Einwanderungsstopp in die skandinavischen Länder und die Ausweisung aller Nicht-Skandinavier. Adolf Hitler ist ihnen ein Idol.

Sie unterhalten auch ihre eigenen Jugendgruppen in denen den Kindern der Angehörigen die Ideologien ihrer Eltern eingeimpft werden. Die Nordic Resistance sieht aber auch außerhalb der nordischen Länder Chancen auf Bündnisse im radikalen Kampf und hat sich mit den rechtsradikalen Polens verbandet. 

Der kurz vor seiner Pension stehende schwedische Polizist Springare machte regionale und internationale Schlagzeilen in Schweden als er sich auf Facebook über die Kriminaldelikte von Migranten in Schweden ausließ, in dem er seinen Arbeitsalltag zusammenfasste. Damit passt er so gar nicht in das Bild der schwedischen Gut-Menschen. 

Bitte sehr. Dies ist es, worum ich mich von Montag bis Freitag kümmre: Vergewaltigung, Vergewaltigung, Raub, schwere Körperverletzung, versuchte Vergewaltigung und Vergewaltigung...Verdächtige Täter: Ali Mohammed, Mahmod, Mohammed, Mohammed Ali, wieder, wieder und wieder…Herkunftsländer der Gewalttaten dieser Woche: Irak, Irak, Türkei, Syrien, Afghanistan, Somalia, Somalia, Syrien wieder, Somalia, unbekannt, unbekannt, Schweden. Bei der Hälfte der Verdächtigen können wir uns nicht sicher sein, da sie keine gültigen Papiere besitzen.

Was der Polizist in seinem Facebook-Eintrag widerspiegelte, sind keine Falschnachrichten, sondern die Realität der schwedischen Polizei, die der Gewaltwelle nicht mehr Herr werden kann.

In Stockholm wurde eine Karte veröffentlicht, die die Morde und Mordversuche aufzeigt. Letztes Jahr gab es 41 Morde und 62 Mordversuche. Die Opfer werden dabei immer jünger und viele der Fälle bleiben ungelöst. Eine erschreckende Entwicklung. Immer öfter ist die Rede von No-Go-Zonen, die sich in den schwedischen Großstädten gebildet haben, in denen die Polizei selbst nicht ohne Geleitschutz auffahren kann und die Anwohner kein Vertrauen in die Ordnungshüter setzen. 

Der Flüchtlingsstrom reicht von Dänemark bis Schweden

Die ungelösten Kriminalfälle und das Versagen der Politik spielt den radikalen Kräften in die Hände. Die radikalste Version ist die „Nordic Resistance“, die Salonfähige die „Schwedendemokraten“ - das schwedische Pendant zur deutschen „Afd“. Die schwedische Politikerin Anna Kinberg Batra der Moderaten Partei, die als liberal-konservativ gilt, brach nun mit einem Tabu. Sie rief dazu auf sich mit den Schwedendemokraten zusammenzuschließen und so die aktuelle rot-grüne Regierung zu beenden.

Die Schwedendemokraten stellen bisher die drittgrößte Kraft. Angesichts des Flüchtlingsstroms in den Norden hat Schweden die Grenzkontrollen wieder verlängert, zunächst bis März. Die Rufe Stefan Löfvens und seiner Regierung zur Umverteilung der Flüchtlinge in andere europäische Länder blieben bisher ungehört. 

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