RT unter Attacke: Kampagne zielt auf Werbekunden in Großbritannien

RT unter Attacke: Kampagne zielt auf Werbekunden in Großbritannien
Der britische Ableger von RT sieht sich einer neuen Diffamierungskampagne ausgesetzt. Auf Druck der Sunday Times stornierten verschiedene Unternehmen Werbezeiten bei RT UK. Es ist nicht der erste Versuch, dem Sender auf der Insel wirtschaftlich zuzusetzen.

Im Zuge von Recherchen kontaktierte die britische Zeitung Sunday Times zahlreiche Unternehmen, die Werbeblöcke bei RT UK gebucht haben und forderte die Firmen auf, ihre Entscheidung, auf RT zu werben, zu kommentieren. Zahlreiche Unternehmensvertreter gerieten dadurch in Panik und stornierten ihre Werbezeiten bei RT.

In dem Artikel, der am 5. Februar 2017 erschien, postuliert die Sunday Times dann immer mehr Unternehmen verweigerten die Zusammenarbeit mit RT, da der Sender „Kreml-Propaganda“ verbreitet. Den eigenen Einfluss auf die werbenden Unternehmen, darunter Top-Marken wie Gaviscon, Strepsils und Vanish verschweigt die Zeitung.

Wohlwollend bezieht sich der Autor des Beitrages, Josh Boswell, auch auf den Parlamentsabgeordneten Damian Collins, der angeblich britische Unternehmen dazu aufgerufen habe, RT zu boykottieren:

Britische Unternehmen sollten nicht auf Kanälen werben, die Fake News verbreiten und damit Verwirrung stiften. Ich rufe alle Unternehmen, die dies noch nicht getan haben, auf, ihre Werbung zurückzuziehen.

Später kommentierte Collins gegenüber RT seine Aussage und stellte klar, diese sei in einem breiteren Kontext zu verstehen und würde sich auf jedwedes Medium beziehen, welches Fake News verbreitet. „Ich habe keine konkrete Organisation genannt“, stellte Collins klar.

Vor seiner Veröffentlichung kontaktierte Boswell RT, um dem Sender „die Möglichkeit zu geben, ebenfalls einen Kommentar abzugeben“. Der Sender antwortete mit einer umfassenden E-Mail in der auch die öffentliche Finanzierung des Kanals - die sich mit der BBC und France 24 vergleichen lässt - detailliert dargestellt wurde. Das Statement wurde letztlich nur stark verkürzt eingeflochten.

Die russische Botschaft in Großbritannien wies den Sunday Times-Beitrag zurück und erklärte:

Wir verstehen, dass nicht jeder in Großbritannien über den Erfolg des russischen Senders und dessen alternative Sicht auf die Welt froh ist. Doch dies sollte kein Grund sein für einen offensichtlichen Feldzug gegen den Kanal sein.

Der politische Analyst Michael Hughes bezeichnete gegenüber RT den Beitrag der Sunday Times als „schrecklich, einseitig und voreingenommen:

Sie behandeln keinen anderen Sender so. Das hat nichts mit dem Programm zu tun, sie mögen einfach die russische Politik nicht und machen alles was möglich ist, um russische Sender zu attackieren. Eine offensichtliche Verletzung der Standards des Journalismus.

Der Schriftzug des BND am Eingang der Zentrale in Berlin.

Die aktuelle Kampagne ist nicht der erste Versuch, RT auf der Insel wirtschaftlich zuzusetzen. Im Oktober 2016 kündigte Natwest, eine Tochtergesellschaft der Royal Bank of Scotland, die Bankkonten von RT UK. Erst ein Proteststurm brachte das Finanzinstitut schließlich zum Einlenken.

RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan bezeichnete den Schritt als Versuch, „uns den Mund stopfen.“Auch in Deutschland sieht sich RT immer wieder Attacken seitens des Mainstreams ausgesetzt.

Zuletzt kolportierten etablierte Medien in Personalunion mit den Geheimdiensten BND und Verfassungsschutz, in verschwörungstheortischer Manier der Sender habe es praktisch auf die Zerstörung der gesellschaftlichen Ordnung in Deutschland abgesehen, arbeite an einer gezielten, Kreml-gesteuerten Destabilisierungskampagne und wolle „Merkel stürzen“. Am Montag mussten die Geheimdienste nach über einem Jahr der Untersuchung kleinlaut eingestehen, dass für die mehr als kruden Unterstellungen keine Belege gefunden wurden.

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