Italien bietet sich als Vermittler zur Aufhebung der anti-russischen Sanktionen an

Italien bietet sich als Vermittler zur Aufhebung der anti-russischen Sanktionen an
Der russische Außenminister Sergej Lawrow zusammen mit dem heutigen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni, damals Außenminister, auf einer Pressekonferenz in Rom am 2. Dezember 2016.
Das mediterrane Land möchte als Vermittler fungieren, um die antirussischen Sanktionen der EU und USA aufzuheben. Dies erklärte der Politik-Experte Fulvio Scaglione gegenüber Sputnik. Die EU-Sanktionen seien "kostspielig und ineffizient".

Die Zahl der EU-Staaten, die öffentlich den Sinn der antirussischen Sanktionen bezweifeln, wachst ständig. Noch vermag sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel durch diverse politische Tricks eine Mehrheit für die zweifelhaften Maßnahmen zu sichern, aber die Front bröckelt. Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten dürfte die Aufgabe, die EU-Staaten auf Linie zu halten, noch schwieriger machen. Nun bringt sich Rom in Stellung, um im neuen Ost-West-Konflikt zu vermitteln. 

Italien möchte als Vermittler [zwischen den westlichen Staaten und Russland] agieren, da Trump ein Neuling auf der politischen Bühne ist. Das ist etwas, das Rom schon getan hat", erklärte Politikwissenschaftler Fulvio Scaglione im Gespräch mit Sputnik. "Die Regierung des ehemaligen Ministerpräsidenten Matteo Renzi hatte klargestellt, dass sie mit den Sanktionen nicht zufrieden war. [Die Sanktionen] sind kostspielig und ineffizient. Russland hat auf besonnene Weise seinen eigenen Kurs eingeschlagen."

Italiens Regierung gilt als ein Gegner der EU-Sanktionen, da italienische Unternehmen in den Jahren zuvor enge Kontakte nach Russland aufgebaut hatten. Die wirtschaftlichen Maßnahmen würden das ohnehin kriselnde Land weiter schwächen. Renzi konnte im Oktober verhindern, dass die EU weitergehende Sanktionen gegen Moskau verhängt.

Sean Spicer, künftiger Pressesprecher im Weißen Haus.

Scaglione zufolge sei Italien in der Lage, in der Zeit seines Vorsitzes der G7 "viel zu tun". Rom hatte am 1. Januar dieses Jahres den Vorsitz der G7-Staaten übernommen. Italiens neuer Ministerpräsident Palazzo Chigi hatte am 29. Dezember erklärt, dass eine seiner Prioritäten für den G7-Vorsitz ist, die Beziehungen zu Moskau zu verbessern.

Die nächste G7-Konferenz in der italienischen Stadt Taormina im Mai dieses Jahres werde laut Scaglione nicht wie die bisherigen verlaufen:

Das wird die erste Konferenz der Mitgliedsstaaten sein, die eine Gelegenheit bieten wird, die Fähigkeiten, Ideen und spezifischen Entscheidungen von Donald Trump zu bewerten. […] Auch die britische Ministerpräsidentin Theresa May, die Regierungschefin des Landes, das sich dazu entschied, die EU zu verlassen, und der neue Präsident Frankreichs werden anwesend sein", betonte der italienische Politik-Experte.

Zugleich stellte Scaglione klar, dass die italienische Regierung zunächst innenpolitische Herausforderungen in den Griff bekommen muss, um von anderen Regierung ernst genommen zu werden und eine größere Rolle im Weltgeschehen zu spielen.