Schlitzohrige Idee: Günther Oettinger (CDU) soll neuer Haushaltskommissar der EU werden

Schlitzohrige Idee: Günther Oettinger (CDU) soll neuer Haushaltskommissar der EU werden
Noch EU-Digitalkommissar Günther Oettinger
„In my homeland Baden-Württemberg, we are all sitting in one boat“, sagte Oettinger einmal. Das scheint auch für das Personalkarussell der EU zu gelten. Fast zeitgleich wird Oettinger zum einen für seine "Schlitzaugen und Schlitzohren" Rede getadelt und zum anderen befördert.

Günther Oettinger ist der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Zuvor war der CDU-Politiker von 2005 bis 2010 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg

Saloppe Umgangsformen stehen einer erfolgreichen Karriere scheinbar nicht im Wege. Zumindest nicht in der Europäischen Union. Der bisherige EU-Digitalkommissar und ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger (CDU), soll neuer Haushaltskommissar der EU werden.

Vorschusslorbeeren gab es schon mal vom Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker: „Als ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg, einem der größten Länder in Deutschland (…) kann er auf umfassende politische Erfahrung und ein gutes Netzwerk an Kontakten ins Europäische Parlament, die Mitgliedsstaaten und die Regionen Europas zurückgreifen.“, so Juncker in seiner Mitteilung.

Oettinger, der sich immer mal wieder mit unfreiwillig komischen und zum Teil auch verstörenden Äußerungen in die Bredouille bringt, soll die Bulgarin Kristalina Georgiewa ablösen. Georgiewa wird zur Weltbank wechseln. Bis zu ihrem Dienstaustritt am 31. Dezember soll sie eng mit Oettinger zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen.

Der Wechsel findet offenbar auf Initiative von Juncker statt, der Oettinger angesprochen haben soll, nachdem er von den Plänen der Bulgarin Georgiewa unterrichtet wurde. Als Nachfolger von Oettinger als Digitalkommissar ist der bulgarische Staatspräsident Rossen Plewneliew im Gespräch, dessen Amtszeit am 20. Januar endet.