Inspiriert von Guantanamo Bay? Britische Polizei will künftig „Spit hoods“ einsetzen

Einsatz eines sogenannten "Spit hoods" durch die britische Polizei. © Ayda / YouTube
Einsatz eines sogenannten "Spit hoods" durch die britische Polizei. © Ayda / YouTube
Die britische Polizei will künftig sogenannte „Spit hoods“ bei Verhaftungen einsetzen. Das sind Spuck-Masken, also Plastikbeutel, die verhindern sollen, dass Verdächtige die Beamten bespucken und beißen können. Doch die martialische Ausrüstung wirkt eher wie ein Folterwerkzeug.

Die netzartigen Beutel sollen zu Einsatz kommen, um Polizeibeamte davor zu bewahren, bespuckt oder gebissen zu werden. Dadurch beuge man auch der Übertragung ansteckender Krankheiten vor. Bereits im Oktober sollen erste Einheiten mit den „Spit hoods“ ausgestattet werden, dazu gibt es ein Training zu deren Handhabe. 

Menschenrechtsgruppen kritisieren die Maßnahme und bezeichnen den Einsatz der Beutel, die über die Köpfe von Festgenommenen gezogen werden, als „alarmierende Entwicklung“, die „grausam und degradierend“ sei.

Und in der Tat könnte der geplante Einsatz die Rechte von Verdächtigen verletzten, erinnern die Bilder von Festgenommenen auch an jene, die man aus dem US-Folterlager Guantanamo Bay kennt. Zudem würden viele Polizeibeamte dazu neigen, Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen, im übermäßigen Maße einzusetzen, auch gegen Kinder oder behinderte Menschen. Von Pfefferspray und Tasern, modernen Elektroschockwaffen, kennt man diese Entwicklung bereits.

Doch Vertreter der Polizeigewerkschaft halten den Einsatz von „Spit hoods“ für gerechtfertigt. Nur so lasse sich die Gesundheit und Sicherheit der Beamten schützen. „Ich würde mir lieber ins Gesicht schlagen lassen, als angespuckt zu werden“, so ein Beamter gegenüber dem Guardian. Besonders bei der Festnahme von Hepatitiskranken oder Drogenabhängigen kann der Einsatz für die Polizeibeamten schnell lebensgefährlich werden.

Kevin Blowe von Netpol, einer Bürgerrechtsorganisation, welche die Arbeit der Polizei untersucht, warnt gegenüber RT, dass jede repressive Maßnahme stets mit Sicherheitserfordernissen für die Beamten begründet wird, in der Praxis sehe es dann aber meist ganz anders aus.

Auch Amnesty International warnt: Durch die Knebelung könnten Festgenommenen die Atemwege abgeschnitten werden, Orientierungslosigkeit und großer Stress seien außerdem die Folge.

Eine Aufnahme zeigt, wie die Polizei von London eine Spuck-Maske bei einem dunkelhäutigen Verdächtigen in der U-Bahn eingesetzt hat. Die Aufnahmen, die sich auch weitläufig im Netz verbreiteten, führten bereits zu einer Untersuchung der Polizeikommission: