Weltweites Bedauern um Erdbebenopfer in Italien

Rettungskräfte suchen nach dem Erdbeben Überlebende
Rettungskräfte suchen nach dem Erdbeben Überlebende
In dem zentralitalienischen Ort Amatrice und anliegenden Gemeinden suchen die Rettungskräfte weiter nach Überlebenden. In der Nacht auf Mittwoch hatte ein Beben mit einer Stärke von 6,2 auf der Richterskala die Erde erschüttert. Mindestens 247 Tote sind bereits zu beklagen. Ein Großteil des Ortes ist zerstört.

Wie üblich bei großen Erdbeben kam es in Folge der schweren Erschütterungen von Dienstagnacht auch zu Nachbeben. Am heutigen Donnerstag bestätigte das European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) ein solches Nachbeben rund 60 Kilometer von der ebenfalls im Zentrum Italiens gelegenen Stadt Terni. Hier schlug die Richterskala auf einen Wert von 4,6 aus. Es war bereits das 22. Beben in der Region innerhalb der letzten 24 Stunden.

Derweil halten die dramatischen Rettungsaktionen in Amatrice an, dort befand sich das Epizentrum. Weiterhin werden Überlebende unter den Trümmern vermutet. Auch zahlreiche Freiwillige beteiligen sich an den Hilfsaktionen. Doch rund 90 Prozent der Menschen, die aus den Trümmern gezogen werden sind bereits tot. Ohnehin sinkt die Chance, noch Überlebende zu finden, mit jeder Stunde. Darüber hinaus lies das Beben mehrere Tausend Menschen obdachlos zurück.

In der antiken Stadt Amatrice sollte in wenigen Tagen eigentlich ein jährliches kulinarisches Festival stattfinden. Tausende Touristen waren bereits auf dem Weg in den Ort oder sind in diesem bereits angekommen. Nun stehen rund drei Viertel der Häuser in der Gemeinde, die rund 100 Kilometer von Rom entfernt ist, nicht mehr oder wurden von dem Erdbeben schwer beschädigt.

Etwa 70 Gäste befanden sich im Hotel Roma, welches komplett kollabierte. Unter den Toten wurde auch die Leiche eines 11-jährigen Kindes gefunden. Ein Anwohner berichtete gegenüber Reuters:

Hier ist alles voll mit jungen Leuten, es ist Urlaubssession, das Stadtfestival stand an, viele Leute kamen dafür hierher.

Ein anderer Betroffener klagt:

Dies war einer der schönsten Orte Italiens und nun ist nichts übrig. Ich weiß nicht, was wir tun werden.

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, rief die Bürger des Landes auf, angesichts der Tragödie zusammenzustehen. Auch besuchte der Regierungschef bereits die am schwersten betroffenen Gebiete und gab zu Protokoll:

Wir Italiener sind sehr gut im Diskutieren und darin, polemisch zu sein, aber nun sollten wir in Solidarität und Stolz denen zur Seite stehen, die andere retten.

Den Opfern der Katastrophe kündige Renzi Unterstützung beim Wiederaufbau an. Gegenüber Ruptly sagte der Premier:

Die Geschichte dieses Ortes, die so großartig ist, kann hier nicht enden. Unsere Glaubwürdigkeit wird an einem echten Wiederaufbau gemessen werden.

Und in der Tat wird die schreckliche Szenerie manchmal kurzzeitig von Momenten der Freude durchbrochen. „Sie ist am Leben“, riefen einige Helfer, als sie plötzlich ein zehn Jahre altes Mädchen aus den Trümmern bergen konnten. Zuvor war sie 17 Stunden lang unter dem Schutt und Geröll eingeschlossen.

Weltweite Solidaritäts- und Kondolenzerklärungen erreichen die Region im Zentrum Italiens. Papst Franziskus sprach sein Beileid aus und entsendete eine Gruppe Feuerwehrmänner des Vatikans, welche die lokalen Rettungskräfte im Erdbebengebiet unterstützen soll.

US-Präsident Barack Obama übermittelte in einem Telefonat mit seinem italienischen Amtskollegen Sergio Mattarella ebenfalls sein Bedauern. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Tragödie als schockierend und versicherte den Betroffenen die tiefe Sympathie des deutschen Volkes.

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin kondolierte und versicherte Renzi, Russland sei bereit, jedwede notwendige Unterstützung bezüglich der Folgen dieser Katastrophe bereit zu stellen.