Russland hilft bei Löschung von Mega-Waldbränden in Portugal

Russland hilft bei Löschung von Mega-Waldbränden in Portugal
Portugal geht in diesem Sommer buchstäblich durchs Feuer. Russische Piloten helfen daher beim Waldbrandlöschen in Portugal. Flugzeuge des russischen Zivilschutzministeriums haben in drei Tagen vier Brandherde gelöscht sowie vier Orte und zwei Nationalparks vor Feuern geschützt. Zuvor hatten portugiesische Behörden um Unterstützung bei der Waldbrandbekämpfung gebeten. Auf den Hilferuf reagierten Russland, Italien und Marokko.

„Am 16. August konnte das Amphibienflugzeug Be-200 des russischen Zivilschutzministeriums erst am Nachmittag starten, weil am Vormittag Feuerwehrflüge wegen der schweren Wetterbedingungen unmöglich waren. Trotzdem gelang es im Laufe von sogar wenigen Stunden, zwei Brandherde, insgesamt 50 Hektar groß, zu löschen, indem 36.000 Liter Wasser darauf abgeworfen wurden“, verlautete das russische Zivilschutzministerium.

Die Ausweitung des Brandes in der Region wurde auch verhindert, vor allem um Castro Laboreiro, mit 1000 Einwohnern im Norden Portugals an der Grenze zu Spanien, und Viande de Baixo mit 15 Farmbetrieben. Darüber hinaus wurden zwei Naturschutzgebiete von Feuer gerettet, darunter auch der einzige portugiesische Nationalpark Peneda-Gerês. Insgesamt löschten russische Piloten an jenem Tag Brände auf 500 Hektar Fläche. Dafür mussten sie 204.000 Liter Wasser in 17 Runden abwerfen.

Die EU scharrt schon mit den Hufen: Spanien und Portugal sind haushaltstechnisch so schlecht aufgestellt, dass ein Defizitverfahren geradezu auf der Hand liegt. Die Folgewirkungen könnten jedoch verheerend sein.

In Portugal lodern mehr als 260 Waldbrandherde, der größte davon auf der Urlaubsinsel Madeira. Über 1.000 Einwohner und Touristen wurden evakuiert, mindestens neun Menschen kamen ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt. Beschädigt sind mehr als 200 Bauten, darunter einige Hotels. Der Waldbrandschaden beträgt nach vorläufigen Berechnungen 55 Millionen Euro. Die Naturkatastrophe ist auf die andauernde Dürre und Temperaturen von über 35 Grad Celsius zurückzuführen, wegen möglicher Brandstiftung wird ermittelt.

Portugiesische Behörden baten andere Länder bei der Waldbrandbekämpfung um Unterstützung. Auf den Hilferuf reagierten Russland, Italien und Marokko. Zwei Be-200-Maschinen des Zivilschutzministeriums Russlands sind seit dem 14. August in Portugal im Einsatz, eine davon auf Madeira. Der portugiesische Premier, António Costa, dankte der russischen Fluggruppe bei einem persönlichen Treffen für die Hilfe im Kampf gegen die Waldbrände und schätzte ihre Arbeit hoch ein.

Das Amphibienflugzeug Berijew Be-200 ist eine der effizientesten Löschmaschinen weltweit. Seine Einzigartigkeit besteht darin, dass er seine acht Tanks unter dem Kabinenboden während des Gleitens über Wasser mit 12.000 Litern füllt, was nur 18 Sekunden dauert. Die Be-200-Crews haben eine große Einsatzerfahrung, auch bei starker Flächenvernebelung infolge von Waldbränden.

Im Sommer 2016 erlebten auch Spanien und Frankreich Waldbrände. Besonders betroffen ist die Gegend um die südfranzösische Stadt Marseille.