UN: Zahl der getöteten Zivilisten im Donbass drastisch angestiegen

UN: Zahl der getöteten Zivilisten im Donbass drastisch angestiegen
Nach UN-Angaben ist im Juli in der Konfliktzone im Osten der Ukraine die Opferzahl unter Zivilisten weiter angestiegen. Im vorigen Monat wurden in der Donbass-Region 73 Menschen getötet oder verletzt. Das sind doppelt soviel wie im gesamten Zeitrum von September 2015 bis Mai 2016.

Im Juli registrierte das Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR) 73 Opfer unter der Zivilbevölkerung in der Ostukraine. Acht Zivilisten wurden getötet, 65 verletzt. Laut dem entsprechenden UN-Bericht steigt die Zahl der Opfer unter Zivilisten bereits seit zwei Monaten kontinuierlich. Bereits im Juni wurden in der Konfliktzone zwölf Menschen getötet und 57 erlitten Verletzungen. Damit sind die Verluste unter den Zivilisten in den beiden Sommermonaten Juni, Juli beinahe doppelt so hoch wie in den gesamten neun Monaten davor. Von September 2015 bis Mai 2016 wurden 34 Zivilisten Opfer von Kampfhandlungen.

 „Die Großzahl der Opfer, die wir in den letzten Wochen dokumentiert haben, spricht dafür, dass weder ukrainische Kräfte noch bewaffnete Gruppen notwendige Vorkehrungen treffen, um Zivilisten zu schützen“, erklärte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zeid Ra’ad Al Hussein.

Mehr als die Hälfte der Opfer wurden durch Waffen verursacht, die laut dem Minsker Abkommen gar nicht mehr in dem Gebiet stationiert sein dürften.

Insgesamt hat UNHCHR von Mitte April 2014 bis zum 31. Juli 2016 den Tod von 9.553 und die Verletzung von 22.137 Menschen in der Konfliktzone registriert. Dazu gehören ukrainische Militärs, Zivilisten und Selbstverteidigungskräfte.

Von der Eskalation der Gewalt sprechen seit Mai alle Konfliktseiten und Beobachter. Am 13. Juni erklärte Irina Geraschtschenko, Mitglied der Kontaktgruppe, dass in den letzten Wochen "eine Rekordzahl an Getöteten und Verletzten an der Front“ erreicht worden sei. Am 24. Mai erlitt das ukrainische Militär die größten Verluste des gesamten Jahres. An einem Tag wurden sieben Armeeangehörige getötet, meldete der Sekretär des ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Alexander Turtschinow.

Sechs Militärs kamen am 24. Juli ums Leben. Die Eskalation der Situation in der Donbass-Region stand vorige Woche  im Fokus des Telefonats zwischen dem Präsidenten der Ukraine, Petro Poroschenko, der Bundeskanzlerin, Angela Merkel, und dem französischen Staatsoberhaupt, François Hollande.