Enthüllt: "Gegen die russische Gefahr" - Wie schwedische Neonazis unbehelligt in der Ukraine kämpfen

Erhalten tatkräftige Unterstützung aus Schweden: Neonazis des ukrainischen Azow-Bataillon.
Erhalten tatkräftige Unterstützung aus Schweden: Neonazis des ukrainischen Azow-Bataillon.
Ohne jegliche rechtliche Konsequenzen ziehen schwedische Nationalisten in den ukrainischen Krieg und rühmen sich öffentlich mit den von ihnen getöteten "Separatisten". Der schwedische Geheimdienst „Säpo“ sieht keinen Handlungsbedarf und sieht Gefahren ausschließlich bei Schweden, die im Nahen Osten kämpfen. Amnesty International beklagt derweil die fehlende Bestrafung von Kriegsverbrechen, die ausländische Kämpfer in der Ukraine begangen haben.

von Olga Banach

Im rechtsfreien Raum helfen schwedische Nazis ukrainischen Freiwilligen-Bataillone bei ihrem Kampf gegen den gemeinsamen russischen Feind. Mikael Skillt ist der wohl berühmteste Fall eines solchen schwedisch-nationalistischen Kämpfers.

Schweden: Gute Vernetzung mit Rechtsextremen anderer europäischer Länder.

Er ist ehemaliger Angehöriger der schwedischen Armee und bereicherte eine der schlimmsten Freiwilligenarmeen im Osten der Ukraine, genannt „Asow-Bataillon“. Seine Erfolge verbreitet er in den sozialen Netzwerken und erntete viel Bewunderung. Das neonazistische Bataillon spielte eine zentrale Rolle in der Kontrollübernahme der umkämpften Gebiete. Die Flagge des Bataillons ziert eine Wolfsangel, die Kämpfer schmücken sich mit Nazi-Symbolen und Runenzeichen. In einem BBC Interview wurde, von Seiten des Ministeriums, jegliche Form des Nationalsozialismus innerhalb des Bataillons und die Existenz ausländischer Kämpfer bestritten.

Auf Twitter beschreibt sich Mikael Skillt wie folgt:

Weltenbürger einer Welt, die einst viel mehr war, nun auf Wahrheitssuche in trüben Gewässern.

Für seine Verdienste wurde er in der Ukraine mit einer Medaille ausgezeichnet. Als Erklärung für sein Handeln gab er gegenüber n-tv an, er wolle das Überleben des weißen Menschen sichern. Sein anschließendes Ziel sei es, Assad im Kampf gegen den Zionismus zu unterstützen. Was Skillt wohl nicht wusste, ist, dass das „Asow-Bataillon“ von einem jüdischen Oligarchen Igor Kolomysky finanziert wird, der sowohl die ukrainische als auch die israelische Staatsbürgerschaft besitzt.

Quelle: Fabia Eberhard

Woher kommt das schwedische Interesse an der Ukraine? Sicher ist es dem jahrzehntelangen Feindbild Russland geschuldet. Die schwedischen Medien sehen die Ukraine als klares Opfer einer feindlichen russischen Invasion und als Beispiel für eine Zukunft, der sie entgegenwirken müssen.

Es hat sich eine Gruppe geformt, die den Namen „Schwedisch-Ukrainische Volontäre“ (Svenska Ukrainafrivilliga) trägt. Es wird von Brüdern im Osten gesprochen, denen geholfen werden soll. Die schwedisch-rechtspopulistische Partei SvP unterhält gute Kontakte zur ukrainischen rechten Gruppierung „Swoboda“. Da die Handlungsmöglichkeiten des rechten Spektrums in Schweden begrenzt sind, erscheint die Ukraine wie eine lang ersehnte Möglichkeit den Krieg zu proben.

Der Pressesprecher von Amnesty International Kiew, Bogdan Ovcharuk, beklagte, dass Azow und die freiwilligen ausländischen Kämpfer bisher nicht der Kriegsverbrechen angeklagt wurden. Das russische Außenministerium hatte ebenfalls erfolglos auf eine Ahndung der Kriegsverbrechen schwedischer Kämpfer gedrängt.

Der schwedische Geheimdienst „Säpo“ kommentierte das Thema rechtsradikaler Schweden in der Ukraine:

Der Sicherheitsdienst ist nur an Schweden interessiert, die an Aktivitäten in anderen Ländern teilnehmen, die mit Terror verbunden sind, so wie al-Qaida inspirierte Gruppen in Syrien.

Weiterhin teilte Säpo mit, dass durch diese Rückkehrer keine nationale Gefahr ausginge. Sie würden schließlich dort nicht lernen Bomben zu bauen.

Michael Skillt zu den Anschuldigungen von Amnesty:

„Würde einer der Soldaten unter meinem Kommando Kriegsverbrechen begehen, so würde ich ihn persönlich verhaften und den zuständigen Institutionen übergeben.“

In einem Interview mit der schwedischen Zeitung „Expressen“ nach seiner Rückkehr 2014 antwortete er, dass er rund 20 Männer getötet habe – es ginge schließlich um Leben und Tod.

Auf der Webseite der schwedischen Regierung aber heißt es zum Ukrainekonflikt: „Respekt für die UN-Satzung, die Statuten des Europarates, die OSZE-Prinzipien, Normen und Vereinbarungen, demokratische Menschenrechtsprinzipien und die Regel des Gesetzes sind der Kern einer vorbestimmten, auf Regeln basierenden europäischen Sicherheit. Wir können solche Basisbestimmungen nicht aufgeben.“