Kosovo: Während Debatte zu Grenzabkommen Parlamentsgebäude mit Panzerfaust beschossen

Erst Tränengas, dann Panzerfaust? Oppositionsmitglieder setzen Tränengas im Parlament ein, um die Arbeit am Grenzabkommen mit Montenegro zu verhindern.
Erst Tränengas, dann Panzerfaust? Oppositionsmitglieder setzen Tränengas im Parlament ein, um die Arbeit am Grenzabkommen mit Montenegro zu verhindern.
Am Donnerstagabend ist auf das Parlamentsgebäude in Pristina ein Panzerfaust-Angriff verübt worden. Verletzte sind nicht zu beklagen. Es wird vermutet, dass die Tat mit dem Grenzabkommen zwischen dem Kosovo und Montenegro zusammenhängen könnte. Zum Zeitpunkt des Angriffs hatten die Abgeordneten gerade den darin festgelegten Grenzverlauf erörtert.

Zwei Motorradfahrer sollen die Panzerfaust auf das Parlamentsgebäude abgefeuert haben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf Polizeiquellen.

Das Parlament steht neben dem Regierungsgebäude an einer belebten Straße im Zentrum von Pristina. Nach der Explosion sperrte eine Spezialeinheit der Polizei das Gebiet um das Parlament ab. 

In den letzten zehn Monaten kam es wiederholt zu Spannungen zwischen den politischen Parteien. Die Opposition kritisiert die Verabschiedung des Grenzabkommens mit Montenegro. Zum Zeitpunkt der Explosion hatten die Abgeordneten gerade den darin festgelegten Grenzverlauf erörtert.

Das Abkommen ist die Voraussetzungen für eine Visa-Liberalisierung des Kosovos mit der EU. Diese wurde im August 2015 in Wien unterzeichnet. Führende Oppositionsparteien sprachen sich wiederholt dagegen aus. Sie befürchten eine Benachteiligung des Kosovos, weil etwa 12.000 Hektar in der Region der west-kosovarischen Stadt Peje dem Nachbarland Montenegro zufallen würden.

Ende letztes Jahres und zu Beginn des laufenden Jahres haben Oppositionelle die Arbeit des Parlamentes durch den Einsatz von Tränengas blockiert.