Kiew: "Angriff mit unbekannter Substanz" - 27 Polizisten bei Zusammenstößen vor Gericht verletzt

Kiew: "Angriff mit unbekannter Substanz" - 27 Polizisten bei Zusammenstößen vor Gericht verletzt
Vor einem Bezirksgericht in Kiew ist es am 2. August zu Zusammenstößen zwischen Nationalisten und Polizisten gekommen. In dem Gericht fand gerade ein Prozess gegen einen Soldaten des mittlerweile aufgelösten Tornado-Bataillons statt. Die Kämpfer des Bataillons stehen unter Verdacht, an zahlreichen Straftaten, einschließlich Freiheitsberaubung, Entführung sowie Folter und Tötungen, beteiligt gewesen zu sein.

Bei den Zusammenstößen am Kiewer Obolon-Bezirksgericht wurden 27 Polizisten verletzt, erklärte der Chef der Stadtpolizei, Andrej Krischtschenko.

„Nach diesen Zusammenstößen haben 15 Militärs der ukrainischen Nationalgarde und zwölf Polizisten die Ärzte wegen Gasvergiftung um Hilfe gebeten. Weder die Polizei noch die Nationalgarde haben Giftgas eingesetzt. Man hat ein Strafverfahren wegen Widerstandes gegen Angehörige der Polizei und der Strafverfolgungsbehörde eingeleitet“, sagte Krischtschenko dem Fernsehsender „112 Ukraine“.

Anhänger des Tornado-Bataillions sowie Kämpfer der berüchtigten ukrainischen Freiwilligenbataillons Aidar und Donbass hatten sich am 2. August vor dem Gerichtsgebäude versammelt und die Polizisten mit Mehl und Reifen beworfen. Augenzeugen zufolge antworteten die letzteren mit Tränengas.

Die Tornado-Kämpfer, darunter auch der Kompaniechef Ruslan Onischtschenko, wurden im Juni 2015 festgenommen. Einen Monat später löste der ukrainische Innenminister, Arsen Awakow, die Einheit auf.

Die Generalstaatsanwaltschaft verdächtigt die Tornado-Kämpfer einer Reihe von Verbrechen im Gebiet Luhansk von Dezember 2014 bis Juni 2015. Unter anderem werden den früheren Vertretern der staatlichen Gewaltorgane die Gründung einer kriminellen Vereinigung, Überschreitung der Dienstbefugnisse, Gewaltanwendung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und gesetzwidrige Aneignung eines Transportmittels vorgeworfen.