Malmö – Bandenkriege und Gewalt im Chicago Schwedens

Der Flüchtlingsstrom reicht von Dänemark bis Schweden
Der Flüchtlingsstrom reicht von Dänemark bis Schweden
In Malmö herrschen amerikanische Verhältnisse. Gangs bekriegen sich und eine verlorene Generation weiß nicht anders, als ihre Wut in Gewalt auszudrücken. Die schwedische Stadt ist ein Beispiel dafür, wie Integration nicht gelingt. RT-Reporterin Olga Banach berichtet von ihren Eindrücken aus der schwedischen Stadt.

Malmö ist die drittgrößte Stadt Schwedens und ein Sorgenkind. Durch die Brücke zu Dänemark ist die Stadt eine Hauptroute für den Schmuggel von Drogen und Waffen sowie für den Menschenhandel. So wird Malmö auch als das 'schwedische Chicago' bezeichnet. Im Jahr 2014 gab es 24 Explosionen in der Stadt und 68 Schießereien. Die schwedischen Medien schweigen und die ausländische Presse verirrt sich in Meldungen über mutmaßliche Terrorakte. Das Problem aber ist ein selbstgezüchtetes. Ghettos am Rande der Stadt folgen eigenen Regeln, es kommt zu Auseinandersetzungen mit Waffengewalt. Erst letzte Woche gab es eine Schießerei in einem Einkaufszentrum im Bezirk Rosengård, bei dem ein Mensch verletzt wurde, und einen Granatenwurf auf ein Apartmentgebäude.

In Rosengård haben neun von zehn Einwohnern einen Migrationshintergrund. 31 Prozent der Einwohner der Stadt sind im Ausland geboren und stammen aus gegenwärtigen Konfliktgebieten, wie Syrien, dem Irak, Somalia und dem Balkan. Der Großteil der Bevölkerung ist unter 35 Jahre alt. Die ethnischen Konflikte führten im März letzten Jahres sogar zu der Schließung einer weiterführenden Schule, da die Sicherheit der Schüler nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Die schwedische Politik kämpft erfolglos mit Sozialprojekten gegen die Perspektivlosigkeit der jungen Menschen an. Waren in Deutschland im Jahr 2015 insgesamt 7,3 Prozent der Jugendlichen (15-24 Jährige) ohne Arbeit, sind es in Schweden 20,3 Prozent.

Das Vertrauen in die schwedische Polizei von Seiten der Einwanderer ist gering. Sie lösen ihre Probleme lieber selbst. Die Sommerwochen stellen eine besondere Sicherheitslücke dar. Der Großteil der Polizisten ist in der Sommerfrische und es ist kostspielig, Polizisten aus anderen Kommunen in der Stadt unterzubringen. Kent Erkroth von den Schwedendemokraten bezeichnete Malmö als die verlorene Stadt Schwedens. Wenn die Feuerwehr Einsätze in den No-Go-Zonen Malmös hat, braucht sie den Schutz der Polizei, um ihre Arbeit verrichten zu können. Polizeiautos können nicht unbewacht geparkt werden, da es sonst zu Sabotage an den Fahrzeugen kommt.

Die schwedische Polizei in Malmö hat bald keinen Platz mehr für all die konfiszierten Waffen. Während die Menschen von der verfehlten Integration der Neu-Schweden sprechen, schweigen die Medien und versuchen noch immer, ihr Bild von einem geeinten Land zu vermitteln. Ein Gangmitglied fasst zusammen: „In Malmö sind es nicht Äpfel, die auf Bäumen wachsen, sondern Granaten.“ Malmös Polizeichef Mats Karlsson: „Die Probleme, die zu Eskalationen führen, mögen uns banal erscheinen: ein Konflikt in Bezug auf eine Ex-Freundin, oder ein jüngerer Bruder, der den älteren übertreffen will.“

Die typische Malmö-Gang ist laut Karlsson keine feste Instanz. Es ist ein loser Zusammenschluss von Männern zwischen 20 und 25 Jahren, die sich zwischen den Gruppen bekriegen. Außenstehende sind dadurch gefährdet, dass die Konflikte im Zentrum der Stadt ausgetragen werden und nicht in der Vorstadt.

Amir Rostami, Soziologe an der Stockholmer Universität und Berater der Polizei in organisierter Kriminalität: „Malmö ist den anderen Städten Schwedens in der Kriminalität voraus. Wenn wir uns Malmö ansehen, wissen wir, wo die Reise hingeht.

Es gibt einen besorgniserregenden Anstieg von Gewalt und eine Missachtung des Gesetzes in Malmö, wie auch in Göteborg und Stockholm. Die Lösungsansätze fehlen.“ Auf das Missmanagement der Polizei folgten keinerlei Personalkonsequenzen. Erst dann, wenn Regierungsinstitutionen, Politik und Bürger zusammenarbeiten, kann, laut Rastami, der Umschwung in eine friedliche Zukunft gelingen. Doch müsste die Regierung zunächst das Problem erkennen und verbalisieren.

Schweden hat gerade eine engere Zusammenarbeit zwischen dem landeseigenen Sicherheitsdienst Säpo und Europol zur Terrorbekämpfung angekündigt. Dies wird aber keine Auswirkungen auf die steigende Gewalt in Malmö haben.