Putsch ohne Volk: Aufgebrachte Menschenmenge stoppt Panzer der Putschisten

Kein Rückhalt in der Bevölkerung: Weite Teile der türkischen Gesellschaft lehnen den Militärputsch ab
Kein Rückhalt in der Bevölkerung: Weite Teile der türkischen Gesellschaft lehnen den Militärputsch ab
Nachdem der türkische Präsident Recep Erdogan in einer Videoansprache die Bevölkerung aufgerufen hatte, sich auf die Straßen zu begeben, wendete sich das Blatt in Ankara und Istanbul. Am Samstagvormittag ist das Land wieder unter der Kontrolle der Regierung. 265 Menschen sind bei dem Umsturzversuch gestorben, 1.440 wurden verletzt. Den Putschisten drohen harte Vergeltungsmaßnahmen.

Das Militär, das zuvor kurzzeitig die Kontrolle über das Land zu haben schien, wird von aufgebrachten Bürgern gestoppt. Panzer werden blockiert, es kommt auch zu Schlägereien und Schießereien. Insgesamt sterben bei dem Umsturzversuch 265 Menschen - 161 regierungstreue Kräfte und Zivilisten sowie 104 Putschisten. Die Zahl der Verletzten liegt bei 1.440. Am Samstagvormittag gibt die türkische Regierung bekannt, die Lage weitestgehend unter Kontrolle zu haben. 2.839 Putschisten wurden verhaftet.

Die Regierung kündigt harte Vergeltungsmaßnahmen an und droht, die Todesstrafe wieder einzuführen. Als Drahtzieher macht Erdogan die Bewegung seines in Pennsylvania lebenden Rivalen Fethullah Gülen verantwortlich. Dieser weist allerdings jede Beteiligung an dem Umsturzversuch von sich. Zuvor bezeichnete Erdogan den Putschversuch als ein "Geschenk Gottes" und kündigte eine umfangreiche "Säuberung" des Militärs an.

Noch am Morgen nach dem Putschversuch kam es in Ankara zu schweren Explosionen. Ein F-16-Kampfflugzeug habe zwei Bomben auf das Parlamentsgebäude abgeworfen:

Die Chronologie der Ereignisse im Live-Ticker: Putsch in der Türkei - Regierung erlangt Kontrolle zurück [Updates]

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