Ukraine: Rechtsextreme greifen russische Einrichtung in Kiew an

Die Zahl der Übergriffe rechtsextremer Kräfte auf russische Einrichtungen und auf Andersdenkende in Kiew ist in jüngster Zeit wieder angestiegen.
Die Zahl der Übergriffe rechtsextremer Kräfte auf russische Einrichtungen und auf Andersdenkende in Kiew ist in jüngster Zeit wieder angestiegen.
Einer Meldung des Fernsehsenders "112 Ukraina" zufolge haben mutmaßlich rechtsextreme Täter am Mittwoch Abend in Kiew das Gebäude der Agentur für Angelegenheiten von GUS-Bürgern im Ausland, Rossotrudnitschestwo, mit Brandsätzen und Rauchbomben angegriffen. Der Anschlag stand offenbar im Zusammenhang mit dem Geburtstag eines in der Russischen Föderation inhaftierten Terroristen des "Rechten Sektors".

Wie der Fernsehsender "112 Ukraina" berichtet, haben unbekannte maskierte Täter in Kiew das Gebäude der Föderalagentur für Angelegenheiten der GUS, Rossotrudnitschestwo, mit Brandsätzen und Rauchbomben angegriffen. Personen kamen nicht zu Schaden. Es seien, so der Sender, Rußspuren an Wänden und Türen des Gebäudes verblieben.

Tatortspuren deuten auf einen rechtsextremen politischen Hintergrund hin. Der Zwischenfall ereignete sich am späten Mittwochabend, dem Geburtstag des ukrainischen Filmemachers Oleg Senzow. Dieser war vor einem Jahr von einem Gericht in der Russischen Föderation der Gründung einer terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen und zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

Senzow soll Mitglied der neonationalsozialistischen ukrainischen Vereinigung "Rechter Sektor" sein und als solches unter anderem terroristische Akte auf der Halbinsel Krim begangen und geplant haben. Auf dem Asphalt vor dem Gebäude hinterließen die Täter eine Botschaft des Inhalts: "Alles Gute zum Geburtstag".

Dmitro Jarosch, ehemaliger Führer des

Übergriffe rechtsextremer Kräfte in der Ukraine haben sich im Laufe der letzten Wochen wieder gehäuft. Bereits Anfang Juli hatten Aktivisten der ultranationalistischen Partei "Freiheit" (Swoboda) die Buchpräsentation des berühmten ukrainischen Historikers Pjotr Tolotschko gestört. Die Präsentation sollte im Gebäude von "Rossotrudnitschestwo" stattfinden. Etwa 30 Swoboda-Anhänger waren noch vor Beginn der Präsentation in das Veranstaltungsgebäude eingedrungen und hatten einen Raum im ersten Stock besetzt. Diesen blockierten sie bis zur Ankunft der Polizei.

Rossotrudnitschestwo ist in der Ukraine seit 2007 vertreten. Die Agentur kümmert sich um die Belange von Bürgern der GUS-Staaten im Ausland. Ihr schwerpunktmäßiges Ziel in der Ukraine ist es, die humanitären Beziehungen zwischen Russland und seinem westlichen Nachbarland weiterzuentwickeln.