Zehntausende beteiligen sich an Kreuzprozession für Frieden in der Ukraine

Das Kloster Swjatogorsk, Ausgangspunkt der Kreuzprozession
Das Kloster Swjatogorsk, Ausgangspunkt der Kreuzprozession
Die "Ukrainisch-Orthodoxe Kirche – Moskauer Patriarchat" hat ihre Gläubigen zu einer Kreuzprozession aufgerufen. Aus Ost und West wandern die "Kreuzprozessionen im Namen von Frieden, Liebe und Gebeten für die Ukraine" nach Kiew, wo sie am 27. Juli ihren Abschluss finden. Mittlerweile beteiligen sich mehrere Zehntausend Ukrainer am Prozessionszug.

Am 3. Juli startete die von Osten kommende Prozession im Kloster Swjatogorsk, nahe der Stadt Slowjansk in der Oblast Donezk. Ein Drohnenvideo zeigt den Beginn der Kreuzprozession:

Um 14 Uhr, im Anschluss an die Sonntagsmesse im Kloster, machten sich etwa Tausend Gläubige auf den Weg, denen sich im Verlauf der Prozession beständig weitere Gläubige anschlossen. Vergangenen Samstag erreichte der Prozessionszug die Großstadt Charkiw, und als die Kreuzprozession am Sonntag von dort weiterzog, waren es bereits über 10.000 Pilgerer.

Eindrücke von der Kreuzprozession bei ihrem Auszug aus Charkiw vermittelt dieses Video bei Facebook.

Knapp eine Woche nachdem die Kreuzprozession im östlichen Swjatogorsk gestartet war, machte sich am 9. Juli die von Westen kommende Prozession auf den Weg. Ausgangspunkt war das Heilige Himmelfahrtskloster von Potschajiw in der Oblast Tarnopil.

Am Auszug aus dem Kloster beteiligten sich mindestens 5.000 Gläubige und als die Prozession den ersten Zwischenhalt erreichte war ihre Zahl bereits auf das Doppelte angestiegen.

Beide Prozessionen werden im Verlaufe des 26. Juli die Hauptstadt erreichen und finden ihren Abschluss am folgenden 27. Juli auf dem Wladimir-Hügel, einem Wahrzeichen von Kiew. Dort steht das Denkmal für den Großfürsten Wladimir I., der die Christianisierung der Rus initiierte.

Die folgende Karte zeigt den Weg und die jeweiligen Zwischenstationen der Kreuzprozession aus östlicher Richtung:

Diese Karte zeigt die Prozession samt Zwischenstationen aus westlicher Richtung:

Der Berater des Innenministers Anton Geraschenko hat bereits verkündet, dass die Kreuzprozession von "Strategen des Kremls organisiert" sei und vom Inlandsgeheimdienst SBU beobachtet werde. Zudem gab es mehrfach Provokationen von nationalistischen Aktivisten, die sich bisher auf Zwischenrufe und Pöbeleien beschränkten.

In Reaktion auf die Kreuzprozession der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche – Moskauer Patriarchat hat die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche – Kiewer Patriarchat angekündigt, eine eigene Kreuzprozession durchzuführen. Beide Institutionen streiten seit Jahrzehnten um kanonische Legitimität und Besitz kirchlicher Güter in der Ukraine. Die anderen orthodoxen Kirchen akzeptieren nur das Moskauer Patriarchat als kanonische Vertretung der ukrainisch-orthodoxen Christen.

Weitere Eindrücke von den beiden Kreuzprozessionen: