"Ukrainischer Doktor Mengele" ruft in TV-Sendung dazu auf, Regierungsgegner zu töten

"Ukrainischer Doktor Mengele" ruft in TV-Sendung dazu auf, Regierungsgegner zu töten
In einem Interview für den ukrainischen Fernsehsender UkrLife.tv hat der ukrainische Mediziner Alexander Tschernow öffentlich seine Ärzte-Kollegen dazu aufgerufen, Gegner der Kiewer-Führung nicht sachgemäß zu behandeln und so bewusst ihren Tod herbeizuführen. In der landesweit ausgestrahlten Sendung prahlte der Anästhesist zudem damit, bereits zahlreiche Regierungsgegner mit entsprechenden Medikamentenkombinationen umgebracht zu haben.

Alexander Tschernow, der als Anästhesist auf der Intensivstation des städtischen Krankenhauses Nummer 7 in Jenakijewo im Gebiet Donezk gearbeitet hatte, gab dem ukrainischen Fernsehsender UkrLife.tv ein Interview, in welchem er unter anderem erzählte, dass er seine Patienten in mehrere Kategorien aufgeteilt hatte.

„Feinde“ seien für ihn Menschen von den Volksmilizen gewesen. Er habe die Befürworter der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk bewusst nicht sachgemäß behandelt. Dabei will sich Alexander Tschernow hauptsächlich von zwei Motiven leiten lassen haben:

„Gewährleistung der eigenen Sicherheit und Beeinträchtigung von feindlichen Patienten.“

Mitglieder des Asow-Regiments am 20. Mai 2016

Dem Interview kann man entnehmen, dass der Anästhesist Medikamente kombiniert haben will, um den Tod der unliebsamen Patienten aus Donezk und Lugansk herbeizuführen. Dabei hätte nur eine sehr kostspielige und eingehende Expertise die wahre Todesursache feststellen können. Auf den Hinweis des Journalisten, dass Ärzte "in der zivilisierten Welt" auch Gefangene entsprechend behandeln müssen, antwortete Tschernow, dass der Eid des Hippokrates an sich nicht rechtskräftig ist. Er sei kein Ablassbrief und befreie nicht von der Verantwortung, Feinde nicht zu begünstigen. Seine Kollegen rief Tschernow dazu auf, seinem Beispiel zu folgen.

Von Seiten des Ermittlungskomitees in Russlands hieß es, dass der ukrainische Arzt seine Kollegen dazu überredet habe, Patienten Medikamente zu verabreichen, die nicht für Behandlungen vorgesehen sind, um so ihren Tod zu bewirken.

„Ich nehme an, dass es in diesem Fall sinnlos ist, an grundlegende moralische und ethische Prinzipien der Medizin zu mahnen. Ein solches Benehmen geht über die Grenzen der medizinischen Ethik weit hinaus und fällt ganz eindeutig unter den strafrechtlichen Tatbestand. Und wenn man das in dem Heimatland dieses – in Anführungszeichen – Mediziners nicht begreift, so bleibt es nur übrig, seine Landsleute zu bemitleiden“, erklärte der Amtssprecher des Ermittlungskomitees Russlands, Wladimir Markin.

Die russische Behörde ermittelt gegen Alexander Tschernow wegen „Anstiftung zum Einsatz von verbotenen Mitteln und Methoden der Kriegsführung“. Markin zufolge hat der Mediziner gegen das Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten verstoßen.     

Später veröffentlichte der Amtssprecher des Ermittlungskomitees Russlands, Wladimir Markin, den folgenden Tweet:

„Nur in einem ʻkrankenʼ Staat kann so etwas zur Welt kommen: sowohl die Sendung als auch der Redner. Wir werden das schon kurieren!“

Momentan laufen in Russland gleich mehrere Strafverfahren gegen ukrainische Bürger. Unter ihnen sind auch Politiker, denen zur Last gelegt wird, Verbrechen im Südosten der Ukraine begangen zu haben.