Stoltenberg nach Steinmeier Kritik an NATO-Manövern: "Starke Abschreckung wird Konflikte verhindern"

Stoltenberg nach Steinmeier Kritik an NATO-Manövern: "Starke Abschreckung wird Konflikte verhindern"
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat, wohl in Reaktion auf die Kritik durch Außenminister Steinmeier, die NATO-Manöver in Osteuropa in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung verteidigt. Demnach sind die Manöver an der NATO-Ostgrenzen als Reaktion auf Russlands "aggressives Verhalten" zu interpretieren. "Jede russische Gegenmaßnahme" wäre nach Stoltenbergs Worten jedoch "ungerechtfertigt". Als ebenso ungerechtfertigt gilt bei SZ-Journalisten anscheinend kritisches Nachfragen.

Nachdem der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Wochenende vor NATO-Manövern in Osteuropa warnte, hat sich nun NATO-Generalsekretär in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zu Wort gemeldet.

Demnach ist eine Verstärkung der Militärpräsenz an Russlands Grenzen nicht dazu gedacht Russland zu provozieren, "sondern um einen Konflikt zu verhindern". 

"Starke Verteidigung, starke Abschreckung und die Geschlossenheit der NATO sind der beste Weg, um einen Konflikt zu verhindern."

Nach diesen harschen Worten scheint der NATO-Generalsekretär aber einlenken zu wollen:

"Je mehr militärische Aktivitäten, je mehr Übungen, je mehr militärische Präsenz es gibt, desto höher ist das Risiko für Zwischenfälle und Unfälle." 

Doch bezieht er sich in seinen Worten ausschließlich auf russische Übungen, auf russische militärische Präsenz. Zu der NATO-Aktivität an Russlands Grenzen sagt er hingegen:

"Was wir tun, ist maßvoll, verantwortungsbewusst und transparent. Es dient nicht dazu, eine Eskalation zu provozieren. Unsere Vorne-Präsenz, unsere Übungen - das alles ist transparent. Jede russische Gegenmaßnahme wäre ungerechtfertigt."

Kaum dass politische Akteure in der Bundesrepublik sich gegen eine weitere militärische Eskalation aussprechen, tritt die NATO in Form ihres Generalsekretärs in den transatlantisch geprägten deutschen "Leitmedien" in Erscheinung. Dessen Aussagen zeugen von einer völlig unhinterfragten Doppelmoral, die einzig dazu dient, einer militärischen Organisation via Feindbild-Konstruktion deren Aufrüstung und Weiterexistenz zu garantieren.