Ukrainische Botschaft bestätigt nun offiziell: Neonazistische Asow-Kämpfer auf Reha in Wien

Mitglieder des Asow-Regiments am 20. Mai 2016
Mitglieder des Asow-Regiments am 20. Mai 2016
Wie RT bereits am 9. Juni 2016 berichtete, weilen Mitglieder des ultra-nationalistischen Asow-Regiments auf Reha in Österreich und wurden in der ukrainischen Botschaft in Wien empfangen. Nun hat die Botschaft auch offiziell bestätigt, dass sich "vier verletzte ukrainische Staatsbürger" des Asow-Bataillons zu einem Reha-Aufenthalt im Burgenland befinden. Laut Botschaft befinden sich im Asow-Bataillon jedoch keine "rechtsextremen oder kriminellen Mitglieder".

Die  ukrainische Botschaft in Wien veröffentlichte ein Foto von dem Botschafter Olexander Scherba mit vier Kämpfern des Asow-Regiments. Darunter auch das Asow-Mitglied Ewgen Sitenko. Auf seiner Facebook-Seite ist er bei Kampfhandlungen im Bataillon Asow zu sehen. RT berichtete darüber, dass Ewgen Sitenko im Burgenland auf Kur ist und veröffentlichte Fotos, die ihn mit einem T-Shirt der ultranationalistischen Marke "Svastone" zeigt. 

Der Held der Ukraine in Heldenpose vor der Flughafenruine von Donezk

Das Thema wurde vom Standard unter dem Titel "Ukrainische Botschaft in Wien empfängt rechtsextreme Kämpfer" aufgegriffen. Gegenüber dem Nachrichtenportal bestätigte das ukrainische Außenministerium, dass sich "vier verletzte ukrainische Staatsbürger" auf Reha in Österreich befinden. Der Standard verweist zudem auf eine aufschlussreiche Aussage eines Asow-Kämpfers gegenüber Al-Jazeera: 

"Wir haben jetzt zwei Feinde, auf der einen Seite die EU, auf der anderen Russland. Aber zunächst müssen wir uns um die prorussischen Separatisten kümmern."

Die Kosten trägt die ukrainische NGO "International Association for Support of Ukraine". Laut eigener Beschreibung sammelt und koordiniert die NGO den Transport und Verteilung der humanitären und medizinischen Hilfsgüter in der Ukraine.

Das Asow-Bataillon ist bekannt dafür, nationalsozialistisch konnotierte Symbolen zu führen. So nutzen sie als offizielle Insignien die Wolfsangel oder die "Schwarze Sonne" – Zeichen, die auch von der Waffen-SS genutzt wurden. Inoffiziell werden SS-Runen und Hakenkreuze verwendet. Dies bezeugen auch Bilder, die das ZDF unkommentiert in einer "heute"-Sendung im Jahre 2014 ausgestrahlt hat. 

screenshot ZDF
screenshot ZDF

Laut einem Statement von Andrij Bilezki, Kommandant des Regiments, sei es das Ziel, "die weißen Rassen der Welt im finalen Kreuzzug zum Sieg zu führen", so der Telegraph. Die USA verweigerten dem Regiment mit Hinweis auf deren neonazistische Einstellung die Ausbildung durch US-Truppen. 

Dies sieht das ukrainische Außenministerium anders:

"Das Asow Bataillon wurde in die ukrainische Nationalgarde eingegliedert und dabei wurden nach uns vorliegenden Informationen radikale rechtsextreme oder kriminelle Mitglieder nicht übernommen", zitiert der Standard das Außenministerium. 

Die vorliegenden Bilder der Asow-Mitglieder, die sich derzeit zum Reha-Aufenthalt in Österreich befinden, konterkarieren jedoch die entsprechenden Aussagen des ukrainischen Außenministeriums.