Georgien sagt Beteiligung an NATO-Anakonda-Übungen "wegen Windpocken" ab - Polen verlangt Erklärung

Georgien sagt Beteiligung an NATO-Anakonda-Übungen "wegen Windpocken" ab - Polen verlangt Erklärung
Warschau verlangt von Tiflis eine offizielle Erklärung, warum seine Militärs an den NATO-Übungen „Anakonda-16“ nicht teilnehmen. Die Manöver sind am 6. Juni in Polen gestartet. Georgien entschuldigt sich mit einer Windpocken-Epidemie in der Einheit, die an den 31.000 Mann starken Übungen hätte teilnehmen müssen.

Georgien hätte zu den größten Truppenmanövern in Polen die dritte Kompanie des 12. Leichtinfanterie Bataillons der vierten mechanisierten Brigade schicken müssen. Doch zwei georgische Militärs sollen sich zuvor bei ihren Kindern mit Windpocken angesteckt haben. Laut Angaben des georgischen Verteidigungsministeriums Grund genug, die Teilnahme der Kompanie am bisher größten NATO-Manöver seit Ende des Kalten Krieges abzusagen. 

„Das ist eine Viruskrankheit, die von Mensch zu Mensch übertragen wird – und zwar herkömmliche Windpocken. Momentan sind daran zwei Armeeangehörige erkrankt, deswegen hat die Behörde den Beschluss getroffen, die Beteiligung der georgischen Militärs an den Übungen abzusagen, um das Virus nicht weiter zu verbreiten. Der Zustand der Betroffenen ist stabil“, teilte die Pressestelle des georgischen Verteidigungsministeriums gegenüber RIA Nowosti mit.

Es hieß ferner, dass Tiflis Warschau über den Grund der Abwesenheit bei den Manövern offiziell informiert habe.

Zuvor hatte die polnische Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf den Pressesprecher des operativen Kommandos der polnischen Streitkräfte, Peter Walatek, berichtet, dass Polen von Georgien eine offizielle Erklärung für das Fernbleiben verlange.

Die Truppenübungen „Anakonda-16“ sind am 6. Juni gestartet. Daran beteiligen sich mehr als 31.000 Soldaten aus 24 NATO-Staaten und ihren Verbündeten. Die Manöver werden bis zum 17. Juni stattfinden. Rein formell handelt es sich bei „Anakonda“ um polnische Übungen. Doch auf Warschaus Drängen sind daran fast alle NATO-Länder und ihre Verbündeten beteiligt.

Dabei überschneiden sich die Manöver in Polen mit den NATO-Übungen „Baltops 2016“ im Baltikum. Somit setzt das Militärbündnis derzeit in Osteuropa mehr als 40.000 Militärs und 160 Flugzeuge ein. Das Augenmerk liegt dabei auf Logistik und Hilfstruppen, die für die Truppenverlegung, den Übergang über die Weichsel und die medizinische Hilfe sorgen. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg überqueren deutsche Panzer das polnische Territorium von West nach Ost.

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