"Saber Strike 2016" - NATO-Manöver im Baltikum mit 10.000 Militärs aus 12 Ländern

US-amerikanische Militärs beim Manöver Saber Strike 2015
US-amerikanische Militärs beim Manöver Saber Strike 2015
Das NATO-Militärmanöver „Saber Strike 2016“ wird bis Mitte Juni von den US-Bodentruppen in Europa organisiert. Geübt werden gemeinsame Handlungen der NATO-Staaten zur Verteidigung der baltischen Länder, darunter die Verlegung von Gerät, Munition und Personal.

Im Baltikum haben seit dem Wochenende die groß angelegten NATO-Übungen unter dem Codenamen „Saber Strike 2016“ („Säbelschlag 2016“) begonnen. Die Manöver seien von den US-Bodentruppen in Europa organisiert worden, teilte die Pressestelle der Verteidigungskräfte Estlands mit. Das Ziel sei es, das Zusammenwirken der Teilnehmerstaaten bei verschiedenartigen Militäreinsätzen zu üben.

NATO-Militärmanöver Saber Strike.
NATO-Militärmanöver Saber Strike.

An den Übungen sind ungefähr 10.000 Armeeangehörige aus 12 NATO-Ländern beteiligt. 3.500 von ihnen kommen aus dem Ausland, vor allem aus den USA. An den Manövern nimmt auch Finnland teil, obwohl es dem Atlantischen Bündnis nicht angehört.       

Nach Angaben finnischer Medien sollen bei den Manövern gemeinsame Handlungen der NATO-Staaten zur Verteidigung der baltischen Länder, darunter die Verlegung von Gerät, Munition und Personal ins Baltikum, geübt werden. Darüber hinaus wird man die Tätigkeit der 2015 in Lettland, Litauen und Estland gegründeten NATO-Stäbe überprüfen.  

Finnische Panzereinheit bei NATO-Militärmanöver Saber Strike.
Finnische Panzereinheit bei NATO-Militärmanöver Saber Strike.

Die Übungen beginnen mit der Operation unter dem Codenamen „Dragoon Ride II“ (auf Deutsch „Dragonerritt II“), bei der ungefähr 1.000 US-Soldaten mit 400 Kampffahrzeugen aus Deutschland nach Estland über zwei Marschrouten mit Zwischenstationen in Tschechien, Polen, Litauen und Lettland disloziert werden sollen. Die Manöver werden am 13. Juni zu Ende gehen. 

Zuvor hatte der Befehlshaber der Verteidigungskräfte Estlands, General Riho Terras, die NATO gebeten, im Baltikum Patriot-Flugabwehrraketen stationieren zu lassen. Die baltischen Länder brauchten das US-Flugabwehrraketensystem, um einen möglichen Angriff aus Russland abschlagen zu können. Zumal sie keine eigene Luftabwehr hätten, was die Region im Fall eines Angriffs der Russischen Föderation verwundbar mache. Die Allianz sollte darüber hinaus die Möglichkeit erwägen, die Zahl der Jagdflugzeuge im Baltikum aufzustocken.