Russisches Fernsehteam im Donbass beschossen

Russisches Fernsehteam im Donbass beschossen
Das ukrainische Militär hat ein Drehteam des Fernsehsenders Rossija auf der Autobahn Donezk–Gorlowka unter Beschuss genommen. Die russischen Reporter kamen am Sonntagabend in der Nähe des Checkpoints Jassinowataja unter Feuer. Die Journalisten haben keine Verletzungen davongetragen.

Das Drehteam musste die Umgebung von Jassinowataja, wo heute die Situation am meisten angespannt ist, zu Fuß und in Begleitung von Angehörigen der Sonderkommandos der Volksrepublik Donezk erreichen“, erklärte der Korrespondent Stanislaw Nasarow.

Ihm zufolge hätten die ukrainischen Militärs das Feuer aus Minenwerfern mit einem Kaliber von mindestens 82 Millimetern, SPG-Granatwerfern und Schusswaffen von der größeren Befestigungsanlage bei Awdejewka her eröffnet.      

Nur die geistesgegenwärtige Reaktion von Kämpfern der Donezker Milizen verhinderte demnach, dass keine Opfer zu beklagen sind. Sie hätten die Journalisten gedeckt und aus der Gefahrenzone gebracht, wie die Seite Vesti.ru berichtet.

Der Angriff auf das Drehteam des Fernsehsenders Rossija in der Ukraine ist ein empörender und besorgniserregender Akt, meint Nadeschda Aschgichina, Sekretärin des Journalistenverbandes Russlands und Vizepräsidentin der Europäischen Journalisten-Föderation. Sie kritisierte eine Verletzung "aller internationalen Normen". Der Vorgang solle von journalistischen Berufsverbänden und anderen internationalen Organisationen richtig eingestuft werden:

Man darf nicht zulassen, dass Journalisten zur Zielscheibe werden. Egal, für welches Land und für welchen Sender sie arbeiten. Das wurde auf den jüngsten unter der UNESCO-Ägide anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit  durchgeführten Foren zur Sicherheit der Medienschaffenden in Paris und in Helsinki deutlich betont“, erinnert Aschgichina.

Ihr zufolge sollte der Respekt vor der Arbeit von Journalisten und die Sicherheit der Reporter bei der Ausübung ihrer Berufsplicht für alle Beteiligten höchste Priorität einnehmen. „Man muss alles nur Mögliche tun, damit sich das nie wiederholt“, fügte die Sekretärin des Journalistenverbandes Russlands im Gespräch mit RIA Nowosti hinzu.           

Es ist nicht das erste Mal, dass ukrainische Militärs im Donbass Reporter unter Beschuss nehmen. Seit dem Ausbruch des bewaffneten Konfliktes im Osten der Ukraine sind dort vier russische Journalisten getötet worden: der Korrespondent Igor Korneljuk, der Videoingenieur Anton Woloschin, der Fotokorrespondent Andrej Stenin und der Kameramann Anatoli Kljan.

In der vergangenen Woche veröffentlichte eine der ukrainischen Regierung nahestehende Internetseite die Namen von mehr als 4.000 Journalisten, die sich in den vergangenen Jahren im Gebiet der aufständischen Volksrepubliken hatten registrieren lassen.