Putin: Raketenabwehrsystem stört Gleichgewicht der Kräfte

Putin:  Raketenabwehrsystem stört Gleichgewicht der Kräfte
Der russische Präsident Wladimir Putin warnt heute vor dem amerikanischen System zur Raketenabwehr in Osteuropa. Auch Russlands Föderationsrat weist auf negative Folgen hin und warnt vor Auswirkungen auf das START-3-Abkommen. Die weitere Errichtung des Raketenabwehrsystems in Osteuropa kann sich auf die Teilnahme Russlands an dem Vertrag negativ auswirken.

Der russische Präsident Wladimir Putin warnt heute vor dem amerikanischen System zur Raketenabwehr in Osteuropa. Putin erklärte, die Russische Föderation werde nicht zulassen, dass das Gleichgewicht der Kräfte gestört wird. Man werde sich jedoch nicht in ein neues Wettrüsten hineinziehen lassen.

Der Betriebsbeginn der US-amerikanischen Raketenabwehr in Rumänien und der weitere Aufbau des Raketenabwehrsystems in Europa kann die Teilnahme Russlands am START-3-Vertrag beeinflussen, meint der Vizechef des Verteidigungsausschusses beim Oberhaus des russischen Parlaments, Franz Klinzewitsch.

„Ich nenne diese Handlungen gegenüber Russland absolut unfreundlich. Rumänien ist nur der Anfang, und das kann sich in Osteuropa weiterverbreiten, was sehr gefährlich ist. All das ruft eine sehr ernste Besorgnis bei der russischen Militärbehörde hervor. Natürlich kann das sehr ernst die Teilnahme Russlands an dem START-3-Abkommen beeinflussen“, sagte Klinzewitsch am Freitag als Antwort auf die entsprechende Frage gegenüber Interfax.

„Was das START-3-Abkommen angeht, kann es unter Berücksichtigung von all diesen Ereignissen und ihrer Analyse ein Gesprächsthema nur noch für die Fachöffentlichkeit sein, und wie es weiter geht, wird das Leben zeigen“, bemerkte er.

Am Donnerstag fand die Einweihung des landgestützten US-amerikanischen Aegis-Kampfsystems auf dem Militärflugplatz Deveselu in Rumänien statt. Schon am heutigen Freitag wird auf dem Flughafen Słupsk-Redzikowo in Polen der Grundstein für ein gleichartiges Aegis-Systeme gelegt.

Beobachter betonen, dass am Donnerstag praktisch der US-amerikanische Raketenschild für die NATO-Länder in Europa in Betrieb genommen wurde. Die beiden Stützpunkte bilden die zweite und dritte Etappe des US-NATO-Plans zum Aufbau der europäischen Raketenabwehr.

Klinzewitsch zufolge verfügt das Aegis-System über "Bipotenz" – die Abwehrraketen können mit Angriffskomplexen ersetzt werden.

„Unter Beachtung des blitzschnellen globalen Schlags, wenn hochpräzise Ultraschallraketen, die an den Grenzen stationiert sind, russische Objekte im Laufe einer Stunde treffen, können sie durch diesen massiven Schlag die Überlegenheit der Atomstreitkräfte auf Null senken. Und das ist kein Witz, die US-Amerikaner haben das komplett aufrichtig wissenschaftlich begründet und schon längst entwickelt und sogar für die ganze Welt erklärt“, ist sich der Senator sicher.

Das Pentagon hat versichert, dass das Raketenabwehrsystem, das in Europa aufgebaut wird, nicht gegen russische Raketen gerichtet sei.

„Die Kooperation mit Russland ist für die Stabilität der Region und die globale Sicherheit wichtig. Auch versichern wir Russland, dass unsere Raketenabwehr dazu nicht fähig ist, russische interkontinentale ballistische Raketen abzufangen“, so die Meldung auf der Webseite des US-Verteidigungsministeriums.

Die US-Militärs heben hervor, dass die Möglichkeiten des Raketenabwehrsystems in Europa begrenzt sind und es nicht dafür bestimmt ist, gegen „große und komplizierte strategische Atomstreitkräfte Russlands“ zu kämpfen.

Auch behauptet das Pentagon, dass das Hauptziel beim Aufbau des Raketenabwehrsystems der Widerstand gegen die Raketenbedrohung sei, die von dem Iran ausgeht.

„Solange der Iran ballistische Raketen entwickelt und stationiert, arbeiten die USA mit Alliierten und Partnern zusammen, um sich vor diesen Bedrohungen zu schützen“, wird es in der Meldung betont.