NATO-Manöver in Georgien: Südossetien schließt die Grenze

NATO-Manöver in Georgien: Südossetien schließt die Grenze
Die NATO führt erneut eine militärische Übung hinter der Ostgrenze des Militärbündnisses durch. Die provisorischen Übergangsstellen an der Grenze zwischen Georgien und Südossetien werden während der US-amerikanisch-georgischen Militärübung 'Noble Partner-2016' geschlossen sein.

Die provisorischen Übergangsstellen an der Grenze zwischen Georgien und Südossetien werden während der gemeinsamen Militärübung der USA mit Georgien "Noble Partner-2016" geschlossen sein. Vom 11. bis zum 26. Mai werden in diesem Rahmen Truppen der NATO Response Force (NRF) mit georgischen Militärs trainieren.

Insgesamt sollen neben 500 Georgiern und 650 Mitgliedern der US-Armee auch 150 britische Soldaten nahe der Russischen Förderation trainieren. Georgien ist kein NATO-Mitglied, wird aber auf dem NATO-Gipfel im Juli vorraussichtlich einen entsprechenden Aufnahmeantrag stellen.

Für die Übung flog die NATO in großem Umfang militärische Technik nach Georgien, darunter auch Abrams-Kampfpanzer und Bradley-Schützenpanzer, sowie Haubitzen und zahlreiche Begleitfahrzeuge. Die 14 Abrams-Panzer und 20 Bradley-Schützenpanzer wurden extra mit einer Fähre aus Bulgarien nach Georgien befördert. Außerdem werden im Rahmen der Übung amerikanische C-130-Lufttransportflugzeuge eingesetzt.

Die südossetische Präsidialverwaltung erklärte nun:

„Wir sind immer wachsam. Wir erwarten nie wirklich gute Nachrichten aus Georgien. Wir unterzeichnen verschiedenste Kooperations- und Integrationsverträge mit Russland, weil Russland der einzige Verteidiger für Ossetien ist. Im Rahmen des Vertrags mit Moskau ist die Sicherheit sowohl der Grenze als auch des ganzen Territoriums gewährleistet“, zitiert die Zeitung Iswestija die Pressesprecherin Südossetiens, Gana Janowskaja.

Sie betonte, dass die NATO-Militärübung nur 30 Kilometer von der Grenze zu Südossetien entfernt eine Provokation darstellt.

„Wir schließen nicht aus, dass die 'Freunde' der georgischen Führung die Rachegelüste ausnutzen. Das, was an den Südgrenzen Ossetiens passiert, ist für uns nicht neu, unsere Dienste sind immer wachsam. Unsere Geheim- und Grenzdienste arbeiten mit den russischen Grenzpolizisten in allen Bereichen zusammen und verfolgen die Situation an der Grenze“, so Janowskaja für die Zeitung weiter.

Das Manöver findet am ehemaligen sowjetischen Militärstützpunkt Wasiani statt. Es wird bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Im vorigen Jahr waren daran 1.200 georgische und US-amerikanische Militärs beteiligt. Bei der Abschlusszeremonie zeichnete Präsident Georgi Margwelaschwili den Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, Ben Hodges, mit der größten georgischen Dekoration für Ausländer, dem Orden vom Goldenen Vlies aus.

Dabei erklärte er, dass die Integration in euro-atlansische Strukturen, darunter auch die NATO, „die Wahl des georgischen Volkes“ sei. Seit September 2015 arbeitet in Wasiani ein gemeinsames Übungszentrum für die Kampfausbildung für US-amerikanische und georgische Militäreinsätze. Neben Noble Partner findet dort seit dem Jahr 2011 die jährliche Kommandostabsübung Agile Spirit statt, an der die Militäreinheiten aus den NATO-Ländern teilnehmen.

 

Die Krisen-Reaktionskräfte der NATO (NRF) sind eine multinationale Eingreiftruppe, die im Jahr 2002 ins Leben gerufen wurde. Im Januar 2015 kündigte die NATO die Bildung von NRF-Befehlsständen in sechs osteuropäischen Ländern an – in Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Polen und Bulgarien. Die Truppe soll von aktuell 13.000 auf 30.000 Militärs aufgestockt werden.