Ukrainische Journalisten in Odessa mit Fäusten und Schrotflinte angegriffen

Ukrainische Journalisten in Odessa mit Fäusten und Schrotflinte angegriffen
Die ukrainische Polizei hat drei Verdächtige festgenommen, die zu einem lokalen Fernsehsender im Hafen von Odessa fuhren und dort auf Journalisten einschlugen und schossen. Ein Video der Attacke hat sich viral im Internet verbreitet.

Der lokale Sender „Kanal 7“ gab an, dass ein Journalist und zwei Kameraleute während des Vorfalls verletzt wurden.

Die Reporter wurden angeblich angegriffen, nachdem sie versuchten, einen Verkehrsunfall zu filmen, der sich in der Nähe des Senders ereignet hat, berichten lokale Medien.

Nach den Dreharbeiten fuhren die Verdächtigen offenbar zum Sender, stiegen aus einem dunkelsilbernen Honda, begannen mit drei Mitarbeitern zu kämpfen und feuerten Schüsse aus einer Schrotflinte ab, bevor sie wieder verschwanden.

Das Video des Angriffs zeigt den brutalen Kampf. Gegen Ende der Aufnahmen, steigt der dritte Verdächtige mit einer Schrotflinte aus dem Auto und eröffnet das Feuer.

Die drei verletzten Mitarbeiter wurden im Krankenhaus versorgt. Bei den Verletzungen handelt es sich angeblich um Schusswunden an Hals und Rücken, eine gebrochene Nase und eine Gehirnerschütterung.

Mikhail Malyshev, Chef des „Kanal 7“, nannte den Angriff eine absolute „Gesetzlosigkeit“ und fügte hinzu, dass ihn der ganze Vorfall an die Machtkämpfe in den 1990er Jahren erinnere.

„Wir werden uns denjenigen entgegenstellen, die Odessa wieder in die 1990er Jahre zurückwerfen wollen“, sagte Malyshev.

Er äußerte auch seine Besorgnis darüber, dass nur die Polizei auf den Notruf reagierte und der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU), die Sonderstrafverfolgungsbehörde der Ukraine, nicht am Tatort aufgetaucht ist.

Am Montag besuchten die Bürger Odessas eine Gedenkfeier zum zweiten Jahrestag des tödlichen Feuers im Gewerkschaftshaus. Die Teilnehmer legten in Gedenken an die Opfer Blumen ab, ließen Tauben fliegen und schwarze Ballons aufsteigen.

Am 2. Mai 2014 starben 48 Anti-Maidan Demonstranten und über 200 weitere wurden verletzt, als ein wütender Mob ukrainischer Radikaler und Fußball-Fans das Gewerkschaftsgebäude belagerte und in Brand setzte. Zwei Jahre nach den tragischen Ereignissen hat es immer noch keine ernsthafte Untersuchung durch die lokalen Behörden gegeben.

Mehrere internationale Organisationen, darunter der Europarat haben Kiew für die Versäumnisse bei der Rechtsprechung  kritisiert.