DNA-Forschung: Die Eiszeit-Europäer hatten braune Augen und dunklen Teint

DNA-Forschung: Die Eiszeit-Europäer hatten braune Augen und dunklen Teint
Eine neue Studie hat bisher unbekannte Details zu Europäern in der frühen Eiszeit, einschließlich Schwankungen bei deren Augenfarbe und Teint, ans Licht gebracht. Die Forschung zeichnet ein Bild einer dramatischen Geschichte der Völkerwanderungen über Tausende von Jahren.

Das Dokument mit dem Titel "Die genetische Geschichte Europas in der Eiszeit" wurde am 2. Mai vom Nature Journal veröffentlicht. Forscher verwendeten neueste Techniken um 51 Proben abgebauter DNA antiker Überreste zu analysieren, die einige 40.000 Jahre Urgeschichte beleuchten.

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Die Studie ergab, dass die Gene der Eiszeit-Europäer vorherrschend dunkle Hautfarben und braune Augen hatten. Die Befunde zeigten auch, dass blaue Augen frühestens vor 14.000 Jahren erschienen und blasse Haut sich vor etwa 7.000 Jahren auf dem ganzen Kontinent ausbreitete. Beides wurden durch Migration aus dem Nahen Osten mitgebracht.

Eine weitere große Entdeckung war, dass verschiedene Gruppen von Europäern von einer einzigen Ursprungsbevölkerung abstammen, die vor 37.000 bis vor 14.000 Jahren lebten. Während dieser Periode ging die Neandertaler-Abstammung in Europäern zurück, wahrscheinlich aufgrund der natürlichen Selektion.

"Neandertaler-DNA ist leicht giftig für den modernen Menschen", sagte Co-Autor Prof. David Reich, von der Harvard Medical School in Boston, USA.

Heutige Europäer können ihre Abstammung bis zu der Ursprungsbevölkerung zurückverfolgen, die als 'Aurignacien Kultur' bekannt ist. Der Studie zufolge lebte diese Gruppe von Menschen vor 35.000 Jahren in Nordwest-Europa. Jedoch wurde die Aurignacien-Kultur verdrängt, als eine andere Gruppe von frühen Menschen, die Gravettien-Kultur, vor 33.000 Jahren nach Europa migrierte.

Das Periodensystem muss um diese vier Elemente ergänzt werden.

Vor rund 19.000 Jahren jedoch, als die Eiszeit ihren Höhepunkt erreichte, sind mit der Aurignacien-Kultur verwandte Menschen erneut migriert und breiteten sich vom Südwesten her, dem heutigen Spanien, in ganz Europa aus.

Eine weitere massive Migration wurde von den Forschern entdeckt. Vor 14.000 Jahren, als die Eismassen bereits geschmolzen waren und Völker aus dem Südosten, wie der Türkei und Griechenland, nach Europa wanderten, wurde die Aurignacien-Kultur erneut verdrängt.

Prof. Reich erklärte: "Wir sehen [in diesem Zeitraum] eine neue Bevölkerungsfluktuation in Europa, und diesmal scheint sie aus dem Osten zu kommen, nicht aus dem Westen."

"Was wir sehen, ist eine Bevölkerung-Geschichte, die nicht weniger kompliziert ist als in den letzten 7000 Jahren. [Es gab] mehrere Episoden des Bevölkerungsaustausches und der Einwanderung in einem riesigen und dramatischen Ausmaß, zu einem Zeitpunkt als das Klima sich drastisch veränderte," fügte Reich hinzu.