Zweiter Jahrestag des Massakers - Kiew schickt 1.000 Nationalgardisten mit Schießbefehl nach Odessa

Zweiter Jahrestag des Massakers - Kiew schickt 1.000 Nationalgardisten mit Schießbefehl nach Odessa
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat im Vorfeld des 2. Mai befohlen, 1.000 Sicherheitskräfte nach Odessa zu schicken, die in der Stadt "für Ordnung" sorgen sollen. Der Berater des ukrainischen Innenministers warnte mit den Worten "Es wird ohne Rücksichtnahme geschossen", dass die Sicherheitskräfte einen expliziten Schießbefehl hätten. Am 2. Mai jährt sich das Massaker von Odessa, dem über 50 Personen, fast ausschließlich Gegner des Maidan-Putsches, zum Opfer fielen.

„Ich möchte die Hitzköpfe derer abkühlen, die vielleicht vorhaben, diesen Jahrestag oder die Situation zu nutzen und versuchen wollen, die Lage zu destabilisieren: Unsere Einheiten, die kampfbereit sind, werden auf derartige Versuche hart und kompromisslos reagieren“ sagte der Berater des Innenministers Sorjan Schkirjak in Bezug auf "prorussische Aktivisten" und fügte drohend hinzu: 

„Gott behüte, wenn diese Provokateure Waffen dabei haben! Die Reaktion der Sicherheitskräfte wird entsprechend ausfallen – es wird ohne Rücksichtnahme geschossen.“

Am Dienstagabend hatte zuvor Saakaschwilli an Poroschenko appelliert, im Vorfeld des zweiten Jahrestages der "Brandtragödie" [Massaker im Gewerkschaftshaus] vom 2. Mai nach Odessa zusätzliche Einheiten der Nationalen Polizei und der Nationalgarde zu schicken, nachdem Unbekannte am Vorabend ein Protestlager angegriffen hatten.

„Im Vorfeld des Jahrestages der traurigen Ereignisse vom 2. Mai und vor dem Hintergrund, dass sich die Feinde der Ukraine, darunter in Odessa und im Gebiet Odessa, darauf vorbereiten, möchte ich mich noch einmal an den ukrainischen Präsidenten wenden und ihn erneut auffordern, uns bei der Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung zu helfen. Ich bitte den Präsidenten, unverzüglich nach Odessa Einheiten der ukrainischen Nationalgarde abzukommandieren und sie mit allen erforderlichen Mitteln, darunter Verpflegung und Unterkunft, zu versorgen.“

Petro Poroschenko beauftrage daraufhin den Chef der Nationalen Polizei und den Chef der Nationalgarde, zusätzliche Einheiten im Umfang von 1.000 Mann nach Odessa abzukommandieren, "um den öffentlichen Frieden in der Stadt zu gewährleisten". 

Der Bürgermeister von Odessa, Gennadi Truchanow, rief inzwischen seinerseits die Stadteinwohner auf, sich nicht provozieren zu lassen. „Unsere gemeinsame Priorität ist eine ruhige und friedliche Lebensweise in der Stadt.“ Dabei nahm er Bezug auf den jüngsten Granatenbeschuss einer Bankfiliale und das Verprügeln politischer Gegner, und meinte, dies seien "die Glieder ein- und derselben Kette". Dadurch versuche man, die Situation zu destabilisieren und den Spannungsgrad in der Gesellschaft zu erhöhen, so Trchanow abschließend.    

Am Abend des 25. April hatten Unbekannte eine Bank mit einem Granatwerfer beschossen. Vier Stunden später hatten rund 20 maskierte Personen ein Zeltlager vor dem Stadtrat von Odessa angegriffen.