NYT: Jazenjuk ist Sinnbild der Ausweglosigkeit für die Post-Maidan-Ukraine

NYT: Jazenjuk ist Sinnbild der Ausweglosigkeit für die Post-Maidan-Ukraine
In einem bemerkenswerten Artikel bilanziert die New York Times die Regierungszeit von Arsenij Jazenjuk und analysiert, wieso der Westen ihn erst mit vollen Kräften euphorisch unterstütze, nur um ihm dann in Folge die Unterstützung wieder zu entziehen. Zudem prophezeit die NYT "eine neue Periode der politischen Ungewissheit in der Ukraine".

Die Rücktrittserklärung des ukrainischen Ministerpräsidenten, Arsenij Jazenjuk, eröffnet eine neue Periode der politischen Ungewissheit in der Ukraine, so die New York Times (NYT).

Jazenjuk genoss neben Poroschenko eine massive Unterstützung des Westens, der von den beiden Politikern einen Machtausgleich im Lande erwartete. Aber nachdem die Zusammenarbeit des Präsidenten und des Premierministers gescheitert war, ergriffen die westlichen Partner für Poroschenko Partei und zwangen Jazenjuk, aus dem Amt zu scheiden, berichtet die Zeitung.

Das Vertrauen des Westens in Jazenjuk ist wegen seiner zahlreichen Misserfolge und Skandale verschwunden. Er regelte die politischen und wirtschaftlichen Probleme der Ukraine nicht, sondern trug zu deren Zuspitzung bei, indem er Korruption begünstigte und die Macht der Oligarchen verstärkte, ohne die er keine wichtigen Fragen löste, betont die NYT.

„Er konnte seine Gewohnheit nicht loswerden, sich von  den Oligarchen über jede Entscheidung beraten zu lassen“, erklärte der Fraktionschef des Poroschenko-Blocks, Juri Luzenko, in einem Telefoninterview mit der New York Times.

Im Endeffekt ist Arsenij Jazenjuk Sinnbild der Ausweglosigkeit geworden, die die Ukraine getroffen hat, nachdem die Zeit der gehetzten pro-europäischen Bewegungen um war, resümiert die renommierte Zeitung von der US-Ostküste. 

Jazenjuk hat seinen Rücktritt am 10. April erklärt. Er war Ministerpräsident der Ukraine seit dem 27. Februar 2014.