US-Außenamt an UN: Türkei ist Ziel-, Transit- und Herkunftsland für Sex- und Sklavenhandel

Syrische Flüchtlinge kommen in einem türkischen Camp an
Syrische Flüchtlinge kommen in einem türkischen Camp an
RT Deutsch-Gastautor Rainer Rupp beschreibt was Flüchtlingsfrauen und -kinder zu erwarten haben, wenn sie von der EU in die Türkei abgeschoben werden. Selbst das US-Außenministerium hat einen umfassenden Bericht an die UN-Flüchtlingsagentur UNHCR verschickt, in dem detailliert über die "türkische Hölle für Flüchtlingsfrauen und ihre Kinder" berichtet wird. Dabei ist davon auszugehen, dass man sich in Washington beim Urteil über den NATO-Verbündeten am Bosporus eher zurück gehalten hat.

Ein Gastbeitrag von Rainer Rupp

In der Türkei ist der Sexhandel mit Kindern schon lange ein blühendes Geschäft. Seit Beginn des von „Al CIA-ida“ nach Syrien hinein getragenen Krieges floriert es besonders. Opfer sind Kinder ab 12 Jahren, vor allem kleine Mädchen. Die „Jagdgründe“ der modernen Sklaven- und Menschenhändler liegen sowohl in den staatlichen oder UN-geführten Flüchtlingslagern als auch in den privaten Flüchtlingsgettos in den großen Städten, wo der größte Teil der Flüchtlinge lebt, oft unter bettelarmen Umständen, und wo vor allem Kinder zur leichten Beute werden.

Daher kann die aktuelle Durchführung des so genannten „Merkel Plans“, nämlich auch Flüchtlingsfamilien mit kleinen Kindern von Europa in die Türkei abzuschieben, ohne zu wissen, was dort weiter mit ihnen geschieht, durchaus als Beihilfe zu einer schweren Straftat gesehen werden.

Alles nur böse Verleumdung? Wohl kaum, wenn sogar das US-Außenministerium 2013 einen ausführlichen Bericht über diese türkische Hölle für Flüchtlingsfrauen und ihre Kinder an die UN-Flüchtlingsagentur UNHCR geschickt hat. Dabei ist davon auszugehen, dass man sich in Washington beim Urteil über den NATO-Verbündeten am Bosporus eher zurückgehalten hat als zu übertreiben. Dennoch fasst die Studie des US-„Department of State“ die Lage wie folgt zusammen: "Die Türkei ist ein Ziel-, Transit- und Herkunftsland für den Sexhandel mit Kindern".

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der Präsident der EU-Kommission Jean-Claude Juncker

Um eine Aktualisierung des Standes der kommerziellen sexuellen Ausbeutung von Kindern in der Türkei bemüht sich der gerade erschienene Bericht der Organisation “End Child Prostitution, Child Pornography and Trafficking of Children for Sexual Purposes (ECPAT)” (Schluss mit der Kinderprostitution, Kinderpornografie und Menschenhandel mit Kindern für sexuelle Zwecke). Da heißt es u.a.: "Es besteht die Gefahr, dass vor allem junge Asylbewerber aus den Unterbringungszentren verschwinden und Menschenhändlern in die Hände fallen.“ Weiter sei zu befürchten, so ECPAT, dass die erschreckenden Berichte aus dem UNO geführten Flüchtlingslager für Syrer bei Zaatari in Jordanien ebenfalls auf die Lager in der Türkei zutreffen. „Dort profitieren alte Männer aus Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten von der syrischen Flüchtlingskrise, um billig Bräute im Teenager-Alter einzukaufen“, so die Kinderschutzorganisation.

Ein vor weniger als anderthalb Jahren veröffentlichter, ausführlicher Bericht der türkischen Menschenrechtsorganisation „Vereinigung für Menschenrechte und Solidarität mit den Unterdrückten“ (in Türkisch als MAZLUMDER bekannt) über die Lage syrischer Frauen, die sich als Flüchtlinge, Asylbewerberinnen oder Migranten in der Türkei aufhalten, spricht von massenhaften Früh- und Zwangsehen, Polygamie, sexueller Belästigung, Menschenhandel, Zwangsprostitution und Vergewaltigungen.

Laut MAZLUMDER leiden Kinder mittelloser Familien, vor allem aber Mädchen am meisten.
Laut „Globalem Sklaverei Index“ liegt die Türkei in Europa auf einem einsamen Höchststand. Der Hauptgrund dafür liege – so der bereits eingangs erwähnte ECPAT-Bericht - in dem weit verbreiteten und „allgegenwärtigen Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung oder der arrangierten Heirat von Mädchen im Kindesalter“.

Arbeitende Frauen in einer türkischen Textilfabrik

Daher blühe der Kinderhandel von Syrien in die Türkei auch im Umfeld von Nicht-Flüchtlingen. Vor allem etablierte, so genannte "Heiratsvermittler" machten viel Geld damit, junge Mädchen aus armen Familien aus streng muslimischen Gemeinschaften in Nord-Syrien in die Türkei zu bringen. Gegen ein „Hochzeitsentgelt“ von umgerechnet zwischen 700 und 1700 Dollar verkaufen viele syrische Familienväter ihre Töchter, die dann auf Nimmerwiedersehen über die Grenze verschwinden, so der ECPAT-Bericht.

Zugleich wird in dem bereits oben zitierten Bericht des US-Außenministeriums „der Mangel an Schutz für hilflose Frauen und Kinder durch die (türkischen) Behörden“ beklagt, wodurch vor allem entwurzelte syrische Frauen und Kinder zu Opfern türkischer Menschenhändler würden. Wörtlich heißt es weiter in dem US-Bericht an die UNO: „Die Regierung der Türkei beachtet nicht in vollem Umfang die Mindeststandards für die Beseitigung des Menschenhandels“. All das ignoriert die als „Flüchtlings-Mama“ gepriesene Kanzlerin Merkel kaltschnäuzig. Geschickt hat sie die Abschiebung der Flüchtlinge in die Türkei an Griechenland als Subunternehmer delegiert. Sollen die sich doch die Hände schmutzig machen.

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