Urteil gegen ukrainische Kampfpilotin Sawtschenko wegen "Mord an Journalisten" ist in Kraft getreten

Urteil gegen ukrainische Kampfpilotin Sawtschenko wegen "Mord an Journalisten" ist in Kraft getreten
Das Urteil gegen die ukrainische Kampfpilotin, Nadeschda Sawtschenko, die in Russland wegen des Mordes an zwei russischen Journalisten zu 22 Jahren Haft verurteilt wurde, ist in Kraft getreten. Nun stellt sich die Frage nach ihrer weiteren Zukunft und eines möglichen Gefangenenaustauschs.

„Auf Wunsch unserer Mandantin haben wir das Urteil nicht angefochten. Folglich ist es um Mitternacht in Kraft getreten und muss vollzogen werden“, so der Sawtschenko-Anwalt, Mark Feigin, am heutigen Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax.

Vorher teilte man im Stadtgericht Donezk der Nachrichtenagentur mit, das Urteil gegen Sawtschenko könne bis Mitternacht angefochten werden.

"Wenn das Urteil von Sawtschenko nicht angefochten wird, tritt es am 5. April um 00:05 Uhr in Kraft. Bisher wurde keine Berufung eingelegt“, sagte die Pressesprecherin des Stadtgerichts, Julia Kalatschjowa.

Am Montag hatte Feigin gegenüber Journalisten erklärt, dass "in absehbarer Zukunft" Ereignisse eintreten könnten, "die das Schicksal von Nadeschda beeinflussen könnten". Darunter meinte er die Möglichkeit, die Ukrainerin gegen russische Staatsbürger auszutauschen, die sich in der Ukraine in Haft befinden.

Das Stadtgericht Donezk im Gebiet Rostow hatte die ukrainische Militärangehörige am 22. März 2016 für den Mord nach vorheriger Absprache aus Hass und Feindschaft an den beiden russischen Journalisten Igor Korneljuk und Anton Woloschin zu 22 Jahren Freiheitsentzug in einer allgemeinen Strafkolonie verurteilt. Außerdem wurde sie wegen des versuchten Mordes an der Zivilbevölkerung und des illegalen Übertritts der russisch-ukrainischen Grenze schuldig gesprochen.

Später diskutierten einige Politiker und Menschenrechtler sowie Rechtsexperten die Frage, ob Sawtschenko gegen im Ausland in Haft befindliche russische Staatsbürger ausgetauscht werden kann. Dabei handelte es sich unter anderem um Jewgeni Jerofeew und Alexander Alexandrow, die in Kiew wegen Terrorverdachts in Haft sind, und Wiktor But und Konstantin Jaroschenko, die in den USA ihre Strafen abbüßen. Im russischen Außenministerium betonte man zuvor, dass die Zukunft von Sawtschenko erst dann besprochen werden kann, wenn ihr Urteil in Kraft getreten ist.