Polen will mehr als 500 sowjetische Kriegerdenkmäler zur Befreiung vom Faschismus abreißen

Wird wohl nicht mehr lange stehen: Monument zu Ehren der Soldaten der Roten Armee in Warschau, vis à vis der griechisch-katholischen Kirche in der polnischen Hauptstadt.
Wird wohl nicht mehr lange stehen: Monument zu Ehren der Soldaten der Roten Armee in Warschau, vis à vis der griechisch-katholischen Kirche in der polnischen Hauptstadt.
Das polnische Institut für Nationales Gedenken (IPN) arbeitet an einem landesweiten Projekt zum Abriss aller Denkmäler aus der sowjetischen Epoche, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Zeichen der "Dankbarkeit an die Sowjetunion für die Befreiung Polens vom Faschismus" errichtet worden sind. IPN-Chef Łukasz Kamiński bezeichnet das Fortbestehen dieser Denkmäler nach 1990 als "verhängnisvollen Fehler" Polens.

"Sowjetische Denkmäler symbolisieren die Herrschaft des kommunistischen Systems über Polen und müssen daher abgerissen werden", betont IPN-Chef Kamiński gegenüber Journalisten. Das entsprechende landesweite Projekt des Instituts wird in den nächsten Wochen den polnischen Behörden zur Abnahme vorgelegt werden.

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Es handelt sich um mehr als 500 Denkmäler, die im Kontext der "Dankbarkeit an die Sowjetunion für die Befreiung Polens vom Faschismus" geschaffen wurden. Ein Großteil der Denkstätten wurde direkt auf Initiative der Roten Armee aufgestellt und waren kein Ergebnis spontaner "Dankeshandlungen" seitens der polnischen Bevölkerung.

Im Land gibt es auch eine Reihe von Denkmälern, die an den Orten errichtet sind, wo sowjetischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg gefallen waren.

Diese Denkmäler wird man nicht zerstören. Die Pläne des IPN betreffen nur die Monumente an öffentlichen Orten. Sowjetische Soldatengräber wird der Staat weiter pflegen.

 „Wir zählen jetzt die Orte, in denen es noch immer sowjetische Denkmäler gibt. Bis Juni werden wir eine Initiative vorlegen, die die örtlichen Behörden dazu anregen wird, die sowjetischen Denkmäler noch vor der Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes abzureißen“, erklärte der IPN-Chef, Łukasz Kamiński.

Seinen Worten zufolge sei die Erhaltung von diesen Denkmälern eine Folge davon, dass die Wandlungen vom Anfang der 1990er Jahre nicht abgeschlossen sind, was ein verhängnisvoller Irrtum ist, "der seit Jahren zu Propaganda und Provokation gegen Polen ausgenutzt wird“.