Geheimdienste warnen vor 400 für Anschläge in Europa trainierten IS-Terroristen

Geheimdienste warnen vor 400 für Anschläge in Europa trainierten IS-Terroristen
Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ soll gezielt 400 Kämpfer trainiert haben, um europäische Städte anzugreifen. Dies geht aus Berichten europäischer und irakischer Geheimdienste hervor, so die Nachrichtenagentur AP. Kritiker hingegen glauben, dass sich hinter diesen Aussagen eine Kampagne verstecke, die darauf abzielt, neue Geheimdienst- und Militärausgaben sowie eine Erweiterung ihrer Befugnisse gegenüber der Öffentlichkeit zu legitimieren.

Nach Informationen von Geheimdiensten sollen hunderte Extremisten ähnlich ausgebildet worden sein, wie die Attentäter von Paris und Brüssel. Angeblich sollen die IS-Zellen nach dem Motto „richtige Zeit, richtiger Ort und richtige Methode“ angreifen. Demnach würden einige Camps in Syrien und dem Irak ausschließlich dazu dienen, die Angreifer „speziell für Angriffe im Westen“ auszubilden.

Ein europäischer Geheimdienstmann, der von der Nachrichtenagentur AP nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, Kämpfer für solche Missionen seien in diversen Kampfstrategien, beim Gebrauch von Sprengstoff, in Überwachungstechniken und der Gegenüberwachung geschult worden.

„Der Unterschied ist, dass die IS-Terroristen im Jahr 2014 nur einige Wochen Training durchliefen. Heute hat sich die Strategie gewandelt. Es wurden Spezialeinheiten aufgestellt. Die Ausbildung dauert länger. Das Ziel ist nicht mehr einfach nur, so viele Menschen wie nur möglich zu töten, sondern so viele Terroroperationen wie nur möglich in einer Reihe durchzuführen, sodass der Feind gezwungen ist, noch mehr Geld für die Sicherheit auszugeben. Es dreht sich zunehmend um einen anhaltenden Rhythmus bei Terroroperationen“, wird die französische Mitte-Rechts-Senatorin Nathali Goulet zitiert.

Eine Serie von Bombenanschlägen erschütterte am Dienstag die Hauptstadt Belgiens, Brüssel, als sich zwei Selbstmordattentäter im Flughafen Zaventem und ein weiterer in der U-Bahnstation Maalbeek in die Luft sprengten. Dabei starben insgesamt 32 Menschen, weitere 270 wurden verletzt.

Kritiker befürchten hingegen eine gezielte Panikmache in Europa vonseiten der Politik, um unter dem Vorwand des islamistischen Terrorismus neue Gelder für Sicherheitsdienste und Militär gegenüber der Bevölkerung rechtfertigen zu können, die einer weiteren Militarisierung und Überwachung des Alltags kritisch gegenübersteht.