Terrorserie Belgien: Möglicherweise 26 Tote bei Anschlägen in Brüssel

Terrorserie Belgien: Möglicherweise 26 Tote bei Anschlägen in Brüssel
Eine dritte Explosion hat nach den Anschlägen am Flughafen die Maalbeek- und Schuman-U-Bahnstation in der belgischen Hauptstadt erschüttert. Dabei kamen mindestens 15 Menschen ums Leben. Die Explosion hat sich weniger als eine Stunde nach den Anschlägen im Brüsseler Flughafen ereignet, als mindestens 11 Menschen getötet wurden. Der russische Präsident hat inzwischen seine Kondolenz an Belgien ausgesprochen.

Zwar sagte die belgische Bundesanwaltschaft, dass es noch zu früh sei, um offizielle Aussagen zu den gesamten Todeszahlen zu machen. Offenbar scheinen eindeutige Aussagen der verursachten Zerstörungen wegen noch nicht möglich. Dennoch bestätigten Behörden inzwischen, dass 11 Menschen allein bei den Explosionen im Brüsseler Flughafen ums Leben kamen. Weitere 15 Menschen starben bei den Angriffen auf die Metro der Stadt. Dies berichtete die lokale Polizei dem Fernsehsender RTBF.

Große Rauchschwaden stiegen aus der U-Bahnstation Maalbeek nach dem Angriff in den Himmel auf. Brüsseler Behörden gaben an, dass daraufhin alle U-Bahnstationen der Hauptstadt geschlossen wurden.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP berichtete, dass er eine Vielzahl Menschen mit Gesichtsverletzungen entdeckte infolge des Anschlags auf die Station. Alaxendre Brans, der sich das Blut aus dem Gesicht wischte, sagte, dass er mindestens zwei Menschen sah, die auf Bahren aus der U-Bahn getragen wurden.

„Die Bahn fuhr gerade aus der Station raus, als eine laute Explosion ertönte. Es brach überall Panik aus. Es gab viele Menschen, die in der Metro waren“, ergänzte er.

Minuten nach der Explosion in Maalbeek, fand in der nahegelegenen Metrostation Schuman eine weitere Explosion statt. Bilder in den sozialen Medien dokumentieren, wie Passagiere aus der Untergrundbahn evakuiert wurden und entlang der Bahngleise flüchten.

Die Maalbeek-Station liegt in unmittelbarer Reichweite von einer ganzen Reihe offizieller Gebäuder der Europäischen Union, darunter das Berlaymont-Gebäude, welches die EU-Kommission sowie den Rat der Europäischen Union beherbergt.

Das Personal, tätig im Gebäude, wurde angewiesen, nicht auf die Straße zu gehen.

Belgische Behörden haben auf die Anschläge im Brüsseler Flughafen sowie der Maalbeek-U-Bahnstation reagiert und die höchsten Sicherheits- und Alarmstufe ausgerufen.

Wegen der gegenwärtigen Sicherheitslage in Brüssel entschlossen sich die verantwortlichen Transportbehörden, den Betrieb aller öffentlichen Verkehrsmittel einzustellen.

Das Verkehrsunternehmen Eurostar hat ebenso die Entscheidung getroffen, den Verkehr aller Brüssel verlassenden und in der Stadt eintreffenden Schnellzüge einzustellen. Das Unternehmen forderte seine Kunden auf, Bahnstationen vorerst nicht aufzusuchen und dass erworbene Tickets später rückerstattet werden können.

„Kein Zug fährt gegenwärtig von oder nach Brüssel“, teilte der Schnellzugbetreiber auf seinem Twitter-Feed mit.

Das eingerichtete Krisenzentrum der belgischen Hauptstadt wies die Bürger Brüssels an, „dort zu bleiben, wo ihr seid“. Der belgische Premierminister richtete eine ähnliche Ansage an die Bevölkerung von Brüssel.

Auch die Bundespolizei von Deutschland erklärte laut einer Reuters-Meldung, dass Kontrollen entlang der Grenzen zu Belgien, Frankreich, die Niederland und Luxemburg intensiviert wurden.

Der niederländische Premierminister Rutte forderte die Bevölkerung auf, vorerst von Reisen in das belgische Nachbarland abzusehen.

 Zudem empfahlen Behörden keine unnötigen Anrufe an Freunde und die Familie zu richten, da die Telefonnetze zunehmend überlastet seien. Stattdessen sollen SMS oder die sozialen Medien genutzt werden.

Einer der mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge in Paris vom 13. November 2015, der französische Staatsbürger, Salah Abdeslam, wurde am Freitag nach einer Schießerei von der belgischen Polizei festgenommen. Bei den Angriffen in Paris starben mindestens 130 Menschen.

Belgiens Innenminister, Jan Jambon, teilte am Montag mit, dass das Land wegen möglicher Vergeltungsangriffe in höchster Alarmbereitschaft stehen würde. Er sagte im Radiointerview:

„Wir wissen, der Stopp einer Zelle kann andere Zellen aktivieren. Wir sind uns dessen in diesem Fall bewusst.“

Der deutsche Innenminister resümmierte in einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme laut Reuters, dass der Kampf gegen den internationalen Terrorismus noch viele Jahre andauern könnte.

Putin: Die Attentäter werden zu Rechenschaft gezogen

Derweil wandte sich der russische Präsident Wladimir Putin in einem Kondolenzschreiben an den belgischen König Philippe. Er drückte zuversichtlich sein Vertrauen dahingehend aus, dass die Schuldigen und Handlanger im Zusammenhang mit den Angriffen zur Rechenschaft gezogen werden.

„Der Präsident hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Mörder und ihre Mittäter unbedingt bestraft werden. Außerdem hat er den Verwandten und Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl ausgedrückt und allen Verletzten eine gute Besserung gewünscht," zitierte der Pressedienst des Kremls den Präsidenten im Rahmen einer Stellungnahme.