Petro Poroschenko sucht Käufer für seine Schokofabrik in Lipezk

Petro Poroschenko sucht Käufer für seine Schokofabrik in Lipezk
In der Kanzlei von Poroschenko heißt es, dass der Präsident fest entschlossen sei, das Werk zu verkaufen. Doch um dieses Angebot scheint sich niemand zu reißen. Kein Wunder: Der Konzern schuldet der russischen Steuerbehörde zehn Millionen Euro.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko will das Werk seines Schokokonzerns „Roshen“ in der russischen Stadt Lipezk verkaufen. Dies gab der Chef der Präsidialkanzlei, Boris Loschkin, am Sonntag bekannt.

Zuvor hatte die Überregionale Inspektion des Föderalen Steuerdienstes Russlands mitgeteilt, dass die Verschuldung der Lipezker „Roshen“-Fabrik bis zum 1. Februar dieses Jahres 779 Millionen Rubel beträgt. Das entspricht etwa zehn Millionen Euro.     

„Poroschenkosucht jetzt über professionelle Vermittler einen Käufer für die Lipezker Fabrik. Man muss aber beachten, dass sie von der Steuerbehörde mehrmals geschlossen wurde. Für mögliche russische Käufer wäre das ein großes Vermögen. Ich verstehe, dass der Inhaber es nicht leicht haben wird, die Fabrik zu verkaufen“, sagte Loschkin gegenüber Radio Westi. 

Er betonte gleichzeitig, dass Poroschenkos Entscheidung, die Fabrik in Russland zu verkaufen, endgültig und ausschließlich „eine Frage der Zeit“ sei. Roshen ist einer der weltweit größten Produzenten von Konditorwaren. Der Konzern verfügt über mehrere Werke in der Ukraine, in Litauen, Ungarn und auch in Russland.

Der Inhaber Petro Poroschenko hat als Präsidentschaftskandidat dem ukrainischen Volk versprochen, nach dem Amtsantritt sein wichtigstes Vermögen zu verkaufen. Bisher ist das nicht passiert.

Er ist Generaldirektor der Aktiengesellschaft Ukrprominvest. Zu dem Mischkonzern gehören Schiffbau- und Rüstungsunternehmen, Landwirtschaftsunternehmen, sowie 100.000 Hektar an Ländereien, Autounternehmen, eines der größten Taxi-Unternehmen in Kiew, Anteile an einer Versicherung. Über seine Anteile an der Holding Ukrprominvest kontrolliert Poroschenko ebenfalls eine Mediengruppe mit TV- und Radiosendern, darunter den Fernsehsender Kanal 5 sowie die Nachrichtenmagazine Bigmir.net und Korrespondent.net.