Gas-Exporte von Gazprom nach Deutschland steigen

Verteilstation für Erdgas von GDS Vladivostok in Russland
Verteilstation für Erdgas von GDS Vladivostok in Russland
Das russische Unternehmen Gazprom liefert mehr Erdgas nach Europa. Insbesondere Frankreich und Deutschland nahmen zusätzliche Quantitäten ab. Im Vorjahr waren die Absätze in die EU deutlich zurückgegangen.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Oktober 2015 auf einer Arbeitsplattform in der Nordsee.

Die Gasexporte von Gazprom nach Deutschland sind vom 1. Januar bis zum 15. März um 37 Prozent gestiegen. Dies berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass. Demnach bezogen deutsche Unternehmen alleine im ersten Quartal des Jahres insgesamt 9,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland.

Der Vorstandsvorsitzende des russischen Konzerns Gazprom, Alexei Miller, gab an, dass in diesem Zeitraum insgesamt 36,5 Milliarden Kubikmeter Gas an Länder gingen, die nicht Mitglied der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) sind. Dies stellt ein Wachstum von 33,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar.

Von 2013 zu 2014 waren die Importe von Erdgas aus Russland in die 28 Staaten der Europäischen Union um fast 10 Prozent eingebrochen. Dies lag einerseits am sinkenden Energieverbrauch in Europa. Vor allem stellten jedoch die Durchleitungen durch die Ukraine ein politisches Problem dar. Dieser Trend scheint sich um vergangenen Jahr umgekehrt zu haben.

Nach Angaben von Gazprom haben sich im Jahr 2015 die Erdgasexporte in Nicht-GUS-Ländern um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 159,4 Milliarden Kubikmeter erhöht. Der Vorsitzende von Gazprom, Viktor Subkow, geht nach jüngsten Zahlen davon aus, dass sein Unternehmen in diesem Jahr mehr als 160 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa liefern kann. Damit wird das Vorjahresniveau etwa gehalten.

Nach letzten Zahlen erhöhte sich im Jahr 2015 insbesondere der Umfang der Lieferungen an Deutschland um 17,1 Prozent. Aber auch Italien, Frankreich, Großbritannien und Österreich nahmen mehr russisches Erdgas ab. Die höchste Zuwachsrate hatte Frankreich mit 36,8 Prozent zu verzeichnen.

Brüssel plant gegenwärtig mit der European Energy Union neue Infrastrukturen, um Flüssiggas von internationalen Anbietern auf den europäischen Markt zu bringen. Dabei geht es vor allem um Importe von mit Fracking gefördertem Erdgas aus Kanada und den USA. Ein entsprechendes Konzept hatte die EU im Februar vorgestellt. Die Staaten in der EU sind der größte Importeur von Erdgas weltweit.