„Für Verdienste im Kampf gegen Extremismus“ – Frankreich verleiht Saudi-Kronprinz die Ehrenlegion

Für seine Verdienste "gegen den Extremismus" bekam der saudische Kronprinz Mohammed bin Nayef nicht nur einen Handschlag vom französischen Präsidenten, sondern auch die höchste Auszeichnung der "Grande Nation" verliehen.
Für seine Verdienste "gegen den Extremismus" bekam der saudische Kronprinz Mohammed bin Nayef nicht nur einen Handschlag vom französischen Präsidenten, sondern auch die höchste Auszeichnung der "Grande Nation" verliehen.
Der französische Präsident François Hollande hat dem saudischen Kronzprinzen und Innenminister des wahhabitischen Königkreichs, Mohammed Bin Najef, den höchsten französischen Verdienstorden, die Ehrenlegion, verliehen. Begründung: „Für die Verdienste im Kampf gegen Terrorismus und Extremismus“. Bin Najef zelebrierte die Verleihung in seiner ganz eigenen Art.

Aktivisten von Amnesty International stellen eine saudische Hinrichtung nach, um dagegen zu protestieren.

Die Ehrung durch den französischen Präsidenten erfolgte am 4. März. Nur zwei Tage später ordnete Najef die 70. Hinrichtung des noch recht jungen Jahres durch Schwertköpfung an. Das französische Präsidialbüro rechtfertigte die Verleihung mit dem Verweis auf „gewöhnliche protokollarische Praxis“ und betonte, dass auch Präsident Hollande bereits Träger der höchsten Auszeichnung der absolutistischen Golfmonarchie sei.

Während Hollande die Verleihung zunächst in aller Diskretion vornahm und die französischen Medien den Vorfall ebenso diskret verschwiegen, reagierte die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA sehr zeitnah und brachte umgehend eine Agenturmeldung über die Auszeichnung „wegen der Verdienste des Kronprinzen Najef im Kampf gegen Terrorismus und Extremismus“ in Umlauf.

Saudi-Arabien gilt als wichtiger Verbündeter und als einer der wichtigsten Abnehmer von Rüstungsgütern Frankreichs. Gleichzeitig lassen auch französische Geheimdienstberichte keinen Zweifel an der „subversiven“ Rolle Saudi-Arabiens in Syrien und daran, dass das Königreich dschihadistische Gruppierungen in Syrien und im Jemen direkt wie indirekt unterstützt. In letzterem Land führt eine Saudi-Koalition einen völkerrechtswidrigen Krieg, dem bereits tausende Zivilisten zum Opfer fielen und in welchem Saudi-Arabien laut Berichten von Menschenrechtsgruppen die international geächtete Streumunition einsetzt.