Militärabkommen zwischen Ankara und Kiew: Vorerst werden nur gebrauchte Uniformen geliefert

Militärabkommen zwischen Ankara und Kiew: Vorerst werden nur gebrauchte Uniformen geliefert
Das Ministerkabinett der Ukraine hat am Donnerstag den Entwurf eines Abkommens bestätigt, in dessen Rahmen sich die Türkei bereit erklärte, der ukrainischen Armee Uniformen im Wert von rund 810.000 US-Dollar zu spenden. Dieser Schritt dürfte Teil einer neuen – vorsichtig anlaufenden – „strategischen Rüstungspartnerschaft gegen Russland" sein.

Der Vereinbarung zufolge sollen Uniformen und weitere Bekleidung, die Eigentum der türkischen Streitkräfte sind und vermutlich ehemals von Soldaten getragen wurden, der ukrainischen Armee übergeben werden. Dazu kämen auch militärische Ausrüstung wie Schulterriemen, Übernachtungsausrüstung, Schlafsäcke, Schutzwesten, Decken und weiteres.

Der Bericht des ukrainischen Ministerkabinetts kommt zu dem Schluss:

„Die angegebene militärische Ausrüstung wird dem logistischen Personal der ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung gestellt. Dies wird wesentlich dabei helfen, ein angemessenes Niveau bei der Verteidigung der Ukraine zu erreichen.“

Der Transfer der aufgezählten militärischen Ausrüstung für die ukrainische Armee ist für Anfang März 2016 geplant. Kiews Verteidigungsminister Stepan Poltorak wurde bevollmächtigt, den Deal mit der Türkei zu unterzeichnen.

Am 15. Februar besuchte der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu die ukrainische Hauptstadt Kiew. Anlass des Arbeitsbesuches war die Stärkung einer regionalen Allianz gegen Russland. Die Türkei nimmt im Zuge der wachsenden Spannungen zu Russland nach dem Abschuss des russischen Bombers vom Typ Su-24 im türkisch-syrischen Grenzgebiet im November 2015 zunehmend anti-russische und konfrontative Positionen ein.

Am Rande dieses Besuchs trafen sich Beschaffungs- und Rüstungstechnologische Regierungsbeamte aus der Türkei mit Amtskollegen aus der Ukraine. Diese einigten sich darauf, in Sachen Verteidigung künftig verstärkt miteinander zu kooperieren.

Türkische und ukrainische Offizielle besprachen die Begründung verschiedener Arbeitsgruppen, die gemeinsam an der Produktion von Waffensystemen arbeiten werden. „Fortschrittliche Technologiekooperation“ sei inbegriffen, schreibt dazu Defense News.

Quelle: Facebook-Post Deniz Güzelay

Ein hochrangiger türkischer Beschaffungsoffizieller erklärte gegenüber dem türkischen Rüstungsexperten Burak Bekdil, dass die rüstungsindustriellen Beziehungen zu Kiew „strategisch“ ausgerichtet seien.

Der Unterstaatssekretär für Rüstungsindustrie in Ankara, Ismail Demir, ergänzte diesbezüglich, "die rüstungsindustrielle Kooperation mit der Ukraine ist von großer Bedeutung und werde sich weiter entwickeln".

Ein hochrangiger Vertreter der Delegation des türkischen Premierministers, die in die Ukraine reiste, sagte, die Türkei und Ukraine hoffen darauf, künftig primär im Bereich der Entwicklung von Turbojet-Triebwerken, Radar- sowie Navigationssystemen und Militärkommunikationstechnologien zusammenzuarbeiten.

„Es wird Partnerschaften beim Entwurf, der Entwicklung und der Produktion dieser Systeme geben“, fügte er abschließend hinzu.