Ukraine: "Totales Verbot" - Schwarze Liste mit Restaurants, die russische Musik spielen

Quelle: скриншот карты Google
Quelle: скриншот карты Google
Im westukrainischen Lemberg haben Mitglieder der „Galizien-Partei“ eine „schwarze Liste“ von Restaurants, Geschäften und Cafés erstellt, in denen russische Musik ertönt. Die Aktivisten markierten die entsprechenden Orte auf Google-Map und fordern ein totales Verbot für russische Lieder an öffentlichen Plätzen. Ukrainische Medien berichten, dass die „Galizien-Partei“ die Bevölkerung aufgerufen hat, zu melden, wann und wo genau sie "gegnerische Tonkunst" vernommen haben.

Zurzeit seien auf der Karte 26 Lokale, darunter 15 Cafés und Restaurants sowie 11 Geschäfte markiert, schreibt das ukrainische Blatt „Lewy bereg“. Informationen darüber, wo man russische Weisen in Lwow vernehmen kann, sollen eine Woche lang gesammelt werden. Welche Maßnahmen die Aktivisten gegen die Inhaber der überführten Einrichtungen ergreifen wollen, ist ungewiss.

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Der Parteisprecher Oleg Drul versichert jedoch, keine Gewalt anzuwenden:

„Diese Karte ist lediglich eine gesellschaftliche Initiative und ein gesellschaftliches Instrument, die Inhaber der Einrichtungen dazu zu veranlassen, den Anteil der russischen Musik zu reduzieren. Denn sie zerstört die Atmosphäre von Lwow, dessen Reiz schon immer in seiner Ukrainischsprachigkeit bestanden hat.“

Drul erläuterte gegenüber ukrainischen Journalisten zudem, dass auch das Repertoire der akademischen Einrichtungen zu viele Stücke aus der Feder russischer Autoren enthalte. Die Behörden der Stadt haben die Situation bisher nicht kommentiert.       

Die „Galizien-Partei“ hält es für ein „Verbrechen“, sich vor dem Hintergrund der Ereignisse im Donbass russische Musik an öffentlichen Plätzen anzuhören. Der Parteisprecher Oleg Drul hatte bereits im Jahr 2000 versucht, russische Lieder an öffentlichen Plätzen verbieten zu lassen. Sein Unterfangen hatte Erfolg: Der Stadtrat von Lwow untersagte zwar die öffentliche Darbietung russischer Weisen in Cafés und Geschäften, dennoch vergaßen die Inhaber der Einrichtungen allmählich das Verbot.

Nun rufen die Aktivisten alle Stadteinwohner auf, die „Sünder“ offiziell zu denunzieren.