Amnesty International: „Es ist sehr gefährlich, in der Ukraine pro-russische Ansichten zu äußern“

Amnesty International: „Es ist sehr gefährlich, in der Ukraine pro-russische Ansichten zu äußern“
Die Internationale Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ ist wegen der Repressalien besorgt, denen in der Ukraine jene Medien ausgesetzt werden, die sogeannnte "pro-russische Ansichten" artikulieren. Amnesty spricht in diesem Zusammenhang auch erstmals nach fünf Jahren "von politischen Gefangenen in der Ukraine".

„In der Ukraine ist es sehr gefährlich geworden, pro-russische Ansichten zu äußern“, steht im Bericht der Organisation, der der Achtung der Menschenrechte weltweit im Jahr 2015 gewidmet ist.

Reicht für einen Prozess wegen Landesverrats: Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude in Kiew. Ihr Transparent sagt:

Das würden der Mord am Journalisten Oles Busina [erschossen im April 2015] und die Verhaftung seines Kollegen Ruslan Kozaba wegen Hochverrats belegen, heißt es in dem Bericht der Menschenrechtsorganisation. Kozaba hatte gefordert, die Kriegshandlungen im Donbass einzustellen, und die ukrainischen Wehrpflichtigen aufgerufen, sich vor der Mobilmachung "zu drücken".       

„Ruslan Kozaba – ist der erste Mensch in der Ukraine seit fünf Jahren, den wir als politischen Häftling bezeichnen können. Er hat lediglich seine Meinung geäußert und darf dafür nicht hinter Gittern sitzen.“

So der stellvertretende regionale Direktor von „Amnesty International“ für Europa und Zentralasien, Denis Kriwoschejew, während der Berichtpräsentation am  Dienstag in Moskau.

Die Verfasser des Berichtes bemerken außerdem, dass jene Medien, die gewisse pro-russische Ansichten oder Mitgefühl für Volkswehrangehörige im Donbass an den Tag gelegt haben, in der Ukraine mit Unterdrückungen konfrontiert gewesen seien. Die Menschenrechtler machen darauf aufmerksam, dass die Fernsehsender „112 Ukraina“ und „Inter“ wegen Interviews und Reportagen mit beziehungsweise über Menschen aus den von den Volkswehren kontrollierten Gebieten "Verwarnungen" aus dem Nationalen Rundfunk- und Fernsehrates erhalten haben.