"Falscher Maidan": Ukraine fordert von Frankreich Rücknahme einer kritischen Doku zum Maidan

"Falscher Maidan": Ukraine fordert von Frankreich Rücknahme einer kritischen Doku zum Maidan
Ukrainische Behörden haben den französischen Sender Canal+ aufgefordert, einen Dokumentarfilm mit dem Titel "Masken der Revolution" aus dem Programm zu nehmen. Sie behaupten, der Film stelle die Maidan-Ereignisse falsch dar. Dem Regisseur wird "pro-russische Propaganda" vorgeworfen. Das ukrainische Außenministerium sendete dem Fernsehsender zudem eine Liste mit Inhalten, die stattdessen im Film dargestellt werden sollten.

"Paul Moreira streift die Masken der heutigen Ukraine ab und führt eine Untersuchung im Brennpunkt des neuen 'Kalten Krieges' zwischen Ost und West", so die Zusammenfassung auf der Webseite von Canal+.

Der Film von Paul Moreira untersucht die Ereignisse in der Ukraine im Verlauf des Jahres 2014: die rechtsextremen radikalen Gruppen, angeblich unterstützt von den USA, sowie die tödliche Gewalt in der südukrainischen Stadt Odessa.

Die ukrainischen Behörden sagen, dass Moreiras 'Masken der Revolution', eine "Täuschung" und kein Beispiel für "Medienvielfalt" darstellen, da es einen "falschen Blick auf die Situation in der Ukraine" bietet. In einer offiziellen Erklärungen stellen sie fest: 

"Diese Version der Ereignisse in der Ukraine, die in dem Film gezeigt wird, hört sich für Verschwörungstheoretiker und pro-russische Propagandisten gut an. Dieses Pamphlet ist ein Dokumentarfilm, der in der schlimmsten Tradition von Desinformation gemacht wurde."

Die Diplomaten drängten außerdem Canal+ dazu, zu überdenken, den Film im Fernsehen zu senden.

Zudem gab die Botschaft eine Liste mit Vorschlägen, welche 2014 Maidan-Geschehnisse der französische Sender zeigen sollte, "in der Hoffnung, dass eines Tages diese Filme auf Kanal+ präsentiert werden."

Der Filmemacher Paul Moreira, reagierte auf die Vorwürfe und räumte ein, dass sein Film "im Gegensatz zu den allgemein akzeptierten Erzählung" stünden, aber die Art der ukrainischen Reaktion schockiere ihn dennoch:

"Ich wusste, ich würde auf starken Widerspruch stoßen, dass man mir vorwerfen würde, in die Hände von Putin zu spielen, oder der Propaganda angeklagt zu werden. Ich hatte nicht damit gerechnet auf solche Leugnung zu stoßen, die schon an Hysterie grenzt... Ich wurde 'Terrorist' genannt, der im Sold des russischen Geheimdienstes steht. [Sie] drängen darauf, den Film zu verbieten. Auch der ukrainische Botschafter hat Canal+ unter Druck gesetzt. Das ist, was mich am meisten überrascht. Denn es scheint mir, dass Ukraine dringend die Frage dieser paramilitärischen Gruppen erörtern muss. Sie sind, wie es in dem Film heißt, die größte Bedrohung für die ukrainische Demokratie."

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