Neue Studie enthüllt: Gefühl ständiger Überwachung führt zu Selbstzensur in digitaler Kommunikation

Neue Studie enthüllt: Gefühl ständiger Überwachung führt zu Selbstzensur in digitaler Kommunikation
Was Wikileaks-Gründer Julian Assange kürzlich bei der #RT10-Konferenz in Moskau betonte, bestätigt nun auch eine wissenschaftliche Studie im Auftrag des Vodafone-Instituts: Auf Grund der zunehmenden Überwachung und Sammlung von Daten, haben immer mehr Menschen in Europa das Gefühl die Kontrolle über ihre persönlichen Kommunikationsinhalte zu verlieren. So führt das ständige Gefühl des Überwachtwerdens letztendlich zu einer massiven Selbstzensur beim Versenden von E-Mails und Textnachrichten.

Europaweit 51 Prozent, in Deutschland gar 56 Prozent der insgesamt 8.000 Befragten gaben an, aus Furcht vor dem Zugriff durch Dritte auf sehr persönliche Inhalte in der digitalen Kommunikation zu verzichten.

Der Gründer von WikiLeaks, Julian Assange, analysierte die Lage kürzlich wie folgt:

"Die Privatsphäre wird nicht zurückkommen, außer im Falle eines ökonomischen Zusammenbruchs, der die technologischen Möglichkeiten der Menschheit stark einschränkt.

Der Grund warum dies so ist, liegt an den Kosten für die Umsetzung von Massenüberwachung. Alle 18 Monate halbieren sich diese in Folge des Kostenrückgangs für Telekommunikation, Überwachungshardware und Speichermedien. Die Kosten fallen schneller, als die Population der Menschheit anwächst. Massenüberwachung und Digitalisierung gewinnen das Rennen gegen die Menschheit und menschliche Werte. Das ist die Realität, mit der wir fertig werden müssen."

Und mit Blick auf die sozialen Folgen von Big Data und Überwachung:

"Wenn man sich das soziale Verhalten in sehr angepassten, kleinen und isolierten Gesellschaften anschaut, wird deutlich, dass die Menschen beginnen sich anzupassen. Sie fangen an Sprachcodes zu verwenden, werden schüchtern und ängstlich. Anstatt kontroverse Diskussionen zu führen, wird in Andeutungen gesprochen."

Laut der Vodafone-Studie "Big Data - Wann Menschen bereit sind, ihre Daten zu teilen" hat nur eine Minderheit von 17 Prozent das Gefühl Herr oder Herrscherin über ihre eigenen Daten zu sein.

Auch enthüllt die Studie ein Staatsversagen sondergleichen. Lediglich ein Drittel der Befragten fühlt sich von den bestehenden Gesetzen in Sachen Datenschutz und Schutz der Privatsphäre abgesichert. Großes Misstrauen bestimmt das Verhältnis der Befragten auch zu den großen Sozialen Netzwerken. Obwohl die Nutzerzahlen dieser Angebote stetig steigen, traut nur etwa jeder Zehnte Unternehmen wie Facebook oder Google zu, verantwortungsbewusst mit den persönlichen Daten umzugehen.

Im Gespräch mit RT Deutsch betonte Dr. Reinhard Kreissl, Kriminalsoziologe und Publizist, kürzlich, im Grunde sei der Kampf um Privatsphäre ein "Kampf gegen Windmühlen".