Nach Bitte von Bürgermeister: Russland startet via Krim Gaslieferungen ins ukrainische Genitschesk

Nach Bitte von Bürgermeister: Russland startet via Krim Gaslieferungen ins ukrainische Genitschesk
Der Bürgermeister der ukrainischen Stadt Genitschesk hat den Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, gebeten, die Ortschaft, die derzeit unter einer extremen Kältewelle leidet, über die Krim mit Gas versorgen zu lassen. Der russische Staatschef gab dieser Bitte am 4. Januar statt. Wie sein Pressesprecher, Dmitri Peskow, bekanntgab, habe Wladimir Putin diese Entscheidung aus humanitären Gründen getroffen.

Der Vizepremier der russischen Regierung, Dmitri Kosak, teilte kurz darauf mit, dass man mit den Gaslieferungen begonnen habe, und dass sie von der russischen Halbinsel Krim aus erfolgten.  

Premierminister Jazenjuk

Am 2. Januar war der Druck im Gasleitungsnetz von Genitschesk wegen eines raschen Wintereinbruchs stark gesunken, sodass ungefähr 1.800 Bewohner von Hochhäusern und rund 400 private Haushalte ohne Wärme geblieben waren.     

Wie das Oberhaupt der Krim, Sergej Axjonow, am 5. Januar mitteilte, seien über die russische Halbinsel nach Genitschesk im ukrainischen Gebiet Cherson bereits 14.000 Kubikmeter Gas geliefert worden. „Der Druck im dortigen Gasverteilungsnetz sei auf das Doppelte gestiegen. Dies hat mir eben der Vorstand von ‛Tschernomorneftegas’ berichtet“, sagte Axjonow am Dienstag.

Wie der Chef des russischen Unternehmens ‛Tschernomorneftegas’, Igor Schabanow, gegenüber Journalisten mitteilte, werde das tägliche Volumen der Gaslieferungen je nach Verbrauch und Wetterlage bis hin zu 20.000 Kubikmeter betragen. Die Frage, wer die Gasversorgung der ukrainischen Stadt bezahlen wird, wollte Schabanow nicht beantworten. Das Krim-Oberhaupt Sergej Axjonow kommentierte:

„Wir sind bereit, der Bevölkerung der Ukraine unter diesen komplizierten Umständen unter die Arme zu greifen. Wir sind der Meinung, dass die ukrainischen Bürger, unabhängig von den Beziehungen zwischen der ukrainischen Regierung und unserer Führung, keinen Schaden nehmen müssen.“

Axjonow erinnerte ferner daran, dass Gaslieferungen aus der Krim in den Süden der Ukraine auch im vergangenen Jahr erfolgt seien. Damals habe man nach Genitschesk 330.000 Kubikmeter Gas geliefert. Im ukrainischen Gaskonzern „Naftogas Ukrainy“ bestreitet man allerdings, dass Genitschesk mit russischem Brennstoff versorgt wird. Die Gasleitung der Stadt werde ausschließlich aus dem Feld „Strelkowoje“ gespeist, das im Gebiet Cherson liegt. Genitschesk habe keinen Anschluss an andere Abschnitte des Gasverteilungsnetzes der Ukraine

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