Athen: Tsipras liefert sich Twitter-Krieg zu Milliardenkosten durch türkische Luftraumverletzung

Athen: Tsipras liefert sich Twitter-Krieg zu Milliardenkosten durch türkische Luftraumverletzung
Während sich die Regierungschefs der EU mit dem türkischen Premierminister treffen, um einen drei Milliarden Euro schweren Deal zur "Entspannung" der syrischen Flüchtlingskrise auszuhandeln, kritisiert sein griechischer Amtskollege die 'launenhaften' Piloten der Türkei wegen der permanenten Verletzungen des griechischen Luftraums, die Milliarden kosten: „Wir [Griechenland und die Türkei] geben Milliarden für Waffen aus. Ihr – um unseren Luftraum zu verletzen, wir – um euch abzufangen."

Alexis Tsipras bemerkte via Twitter, dass es ironisch wäre, dass die Türkei Milliarden-Dollar schwere Technologie in der Luft hätte, aber gleichzeitig nicht das Problem des Menschenschmuggels über unkontrollierte Grenzen am Boden nicht lösen könne.

Mit einer ganzen Reihe von Twittereinträgen (Tweets) adressiert an den türkischen Premierminister Ahmed Davutoglu, hat der griechische Premierminister zuerst angemerkt, dass anders als ihre 'launenhaften' türkischen Gegenüber, schießen die griechischen Militärpiloten nicht einfach die Flugzeuge ab, die regelmäßig den griechischen Luftraum verletzen.

„Zum Glück sind unsere Piloten nicht so launenhaft wie Ihre gegen die Russen“, so Alexis Tsipras in seinem ersten Tweet.

Einträge auf Tsipras' englischem Twitter-Konto.
Einträge auf Tsipras' englischem Twitter-Konto.

Tsipras bezog sich dabei auf den russischen Su-24 Jet, den Ankara abschoss, weil er angeblich für „17 Sekunden“ türkischen Luftraum verletzt hatte. Laut dem russischen Verteidigungsministerium, den vorliegenden russischen und syrischen Radardaten und der Aussage des überlebenden russischen Piloten, war es jedoch der türkische Jet, der kurz in den syrischen Luftraum eindrang, um den russischen Bomber bei seiner Rückkehr von einem Anti-Terroristen-Einsatz abzuschießen.

„Was in der Ägäis passiert ist skandalös und unglaublich #EUTurkey“ so Tsipras weiter im zweiten Teil seiner Nachricht, die auf seinem englischen und griechischen Twitterkonto erschien. „Wir [Griechenland und die Türkei] geben Milliarden für Waffen aus. Ihr – um unseren Luftraum zu verletzen, wir – um euch abzufangen. #EUTurkey.“

Nach jüngsten Angaben des griechischen Militärs hätten türkische Jets den Luftraum Griechenlands im Jahr 2014 ganze 2.244 mal verletzt und bis Ende Oktober 2015 1.443 mal. Als Antwort auf Ankaras „Provokation“ und „Stoß in den Rücken“ hat das russische Militär das S-400 Luftabwehrsystem nach Syrien gebracht – danach hätte die Türkei angeblich alle Luftraumverletzungen über Syrien und Griechenland eingestellt.

Nun fragt sich Tsipras, warum die Türkei, die nach Angaben des Stockholmer internationalen Friedensforschungsinstitut (SIPRI) 22 Milliarden US-Dollar für Verteidigung ausgibt, so viel Geld für die Überwachung und den Schutz seines Luftraumes ausgibt, wenn sie noch nicht einmal den Flüchtlingsstrom durch seine Grenzen schafft.

„Wir haben die modernsten Luftabwehrsysteme – und auf dem Boden können wir nicht einmal Schleuser fangen, die unschuldige Menschen ertränken“, lautet die letzte von vier Botschaften auf Twitter.

Die Reihe von Einträgen wurden auf Tsipras offiziellem englisch-sprachigem Konto veröffentlicht, aber aus unbekannten Gründen kurz danach wieder gelöscht. Auf dem griechischem Konto sind die gleichlautenden Einträge noch sichtbar. Dank eines Screenshots der Webseite zerohedge wurden die Äußerungen dennoch auf Englisch festgehalten.

Die Tirade hat auch den Empfänger erreicht und der türkische Premier hat darauf geantwortet, dass die Kommentare „kaum im Gleichklang mit dem Zeitgeist des Tages sind.“

Stunden nach seinem ersten Eintrag und kurz nach Davutoglus Antwort, erschien ein weiterer Tweet auf Tsipras griechischen Seite: „Wir sind in der gleichen Nachbarschaft und müssen ehrlich miteinander reden, damit wir Lösungen finden.“

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