Paris: Selbstmordattentäterin sprengt sich in die Luft - Feuergefecht bei Razzia

Paris: Selbstmordattentäterin sprengt sich in die Luft - Feuergefecht bei Razzia
Am frühen Mittwoch haben die französische Polizei und die Armee unter dem Eindruck des Anschlags am Freitag in Pariser Vororten Razzien gegen vermeintliche IS-Zellen durchgeführt. Dabei kam es zu schweren Feuergefechten und Explosionen. Eine weibliche Selbstmordattentäterin soll sich in die Luft gesprengt haben. Sieben weitere Terrorverdächtige wurden festgenommen.

Anwohner des Vorortes Saint-Denis im Norden von Paris wurden durch Schusswechsel um 4.30 Uhr lokaler Zeit geweckt, berichten örtliche Medien.

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„Ich wurde durch Explosionen, die zwischen 15 und 20 Minuten andauerten, geweckt“, sagte ein Anwohner der französischen Zeitung Le Monde. „Von unserem Fenster konnten wir Lichter sehen, die wie Schüsse aussahen. Dann landeten Hubschrauber auf dem Dach“.

Laut dem Polizeisprecher Jean-Alphonso Richard haben Sicherheitskräfte in Saint-Denis ein Apartment entdeckt, welches von vermeintlichen Terroristen, die mit großer Wahrscheinlichkeit Verbindungen zu den IS-Angreifern vom vergangenen Freitag hätten, als Rückzugsort genutzt werde.

Das Hauptziel der Razzia war Abdelhamid Abaaoud, ein vermutlicher Unterstützer und führender Kopf des IS-Massakers vom Freitag in Paris, sagte die Polizei. Auch Salah Abdeslam, ein anderer Verdächtiger mit Verbindungen zum Anschlag, soll Berichten zufolge von der Polizei ins Visier genommen worden sein.  

„Es wurden Granaten eingesetzt. Ihr Lärm ebbte ab, dann waren Kalaschnikows zu hören“, informierte Amin Guizani, der in Saint-Denis lebt, die Nachrichtenagentur AP.

Die Terror-Verdächtigen haben sich nach aktuellem Stand in ihrem Apartment verbarrikadiert.

In weiterer Folge wurden mindestens 50 Soldaten zur Unterstützung der Polizei-Operation beordert, gab der Nachrichtensender RTL an.

„Es sind Einheiten von RAID [eine Einheit der französischen Polizei zur Bekämpfung von Terrorismus] anwesend, die von den Dächern schießen“, sagte Djihane dem Radiosender France Inter. „Uns wurde gesagt, dass wir uns auf den Boden legen und nicht an die Fenster gehen sollen“.

Bei den Kämpfen wurden seitdem mindestens fünf Polizisten verletzt, bestätigten Behörden.

Der Polizeisprecher Richard räumte inzwischen ein, dass es ein Verdächtiger geschafft habe, aus seinem Apartment zu fliehen.

Schulen und andere Bildungseinrichtungen bleiben am heutigen Tag geschlossen, erklärte ein Offizieller der örtlichen Präfektur.

Der Norden von Paris, in dem auch das Stadium Stade de France beheimatet ist, wird seit Freitag von Sicherheitskräften intensiv überwacht.

Bei einer koordinierten Serie von Anschlägen am Freitag in Paris, zu denen sich der selbsternannte „Islamische Staat“ bekannt hatte, starben mindesten 132 Menschen. Fortan führten französische Anti-Terror-Einheiten beinahe täglich Razzien gegen extremistische Verdächtige mit Verbindungen zum IS durch.

Gleiches auch in Belgien: Dort wurden im Brüsseler Bezirk Molenbeek, welcher angeblich für seine islamistische Szene europaweit bekannt sein soll, zahlreiche Razzien durchgeführt. Die Schlüsselverdächtigen beim Pariser-Anschlag am Freitag, Salah Abdeslam und Abdelhamid Abaaoud, sollen beide aus Brüssel kommen. 

Pariser Staatsanwalt François Molins sagte, dass sieben Personen festgenommen wurden. Er fügte hinzu, die Polizei hätte enge Vertraute von Omar Ismail Mostefai und Sami Amimour, zwei Selbstmordattentäter der Pariser Anschläge.

  • 17:36 Uhr

    Pariser Staatsanwalt François Molins sagte, dass sieben Personen festgenommen wurden. Er fügte hinzu, die Polizei hätte enge Vertraute von Omar Ismail Mostefai und Sami Amimour, zwei Selbstmordattentäter der Pariser Anschläge.

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