Europa

Kreml zu Medienberichten über Opferzahlen unter russischen Soldaten: Fake News

Kremlsprecher Dmitri Peskow beklagt, dass auch Medien, die sich als seriös bezeichnen, nicht davor zurückschrecken, Fake News zu verbreiten. Indessen kommentierte er die derzeit kursierenden Zahlen über Verluste unter den Angehörigen der russischen Streitkräfte.
Kreml zu Medienberichten über Opferzahlen unter russischen Soldaten: Fake NewsQuelle: AFP © Kirill KUDRYAVTSEV / AFP

Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten, hat einen Bericht der New York Times über das Ausmaß der Verluste unter den russischen Streitkräften in der Ukraine zurückgewiesen und die Zeitung beschuldigt, Narrative der US-Regierung unkritisch zu übernehmen.

"Wir reden hier nicht von einer Erklärung der US-Regierung, sondern von einem Bericht in einer renommierten Zeitung", sagte Peskow. "Scheinbar schrecken heutzutage auch die seriösesten Medien nicht davor zurück, diverse Fake News zu verbreiten. Leider häufen sich solche Praktiken und dementsprechend sollten wir auch damit umgehen."

Am Donnerstag berichtete die New York Times, dass die Regierung von US-Präsident Joe Biden davon ausgehe, dass Russland im laufenden Ukraine-Konflikt bis zu 75.000 Soldaten verloren habe, entweder getötet oder verwundet. Als Quelle zitierte das Nachrichtenunternehmen einen "anonymen Abgeordneten", der angeblich ein geheimes Briefing des Außenministeriums, des Verteidigungsministeriums, der Stabschefs und des Büros des Direktors des Nationalen Geheimdienstes einsehen konnte.

Gleichzeitig warnte die britische Zeitung The Times, dass die Schätzungen der Opfer bei den Streitkräften auf beiden Seiten höchst spekulativ seien. Zudem stellte das Blatt fest, dass die Zahlen um den Faktor zehntausend abweichen könnten.

Das letzte Mal, dass Russland seine Verluste offiziell bekannt gab, war am 25. März, als das Verteidigungsministerium berichtete, dass seit Beginn der Offensive in der Ukraine 1.351 Militärangehörige gefallen und 3.825 im Kampf verwundet worden sind. Im Juni behauptete Andrey Kartapolow, der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der russischen Duma, dass die russische Armee aufgrund von Anpassungen in ihrer Strategie "praktisch keine Soldaten mehr verliert".

Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij hat hingegen eingeräumt, dass die Streitkräfte seines Landes schwere Verluste erleiden. Vergangene Woche gab er bekannt, dass die ukrainischen Streitkräfte täglich bis zu 30 Soldaten im Kampf verliere, was deutlich weniger sei als im Mai und Juni, als die Zahl der Gefallenen und Verwundeten mit 100 bis 200 Soldaten pro Tag beziffert wurde.

Am 4. Juli gab der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu bekannt, dass die Ukraine allein in den zwei Wochen davor fast 5.500 Soldaten verloren habe, darunter mehr als 2.000 Gefallene.

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